
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
PNV fordert Puentes Ablösung
Druck auf Sánchez wächst
Die baskische Nationalpartei PNV erhöht den Druck auf die spanische Regierung: Nach dem schweren Zugunglück von Urda in der Provinz Toledo, bei dem zwei Hochgeschwindigkeitszüge kollidierten und 69 Menschen starben, fordert die Partei nun weitreichende politische Konsequenzen. Maribel Vaquero, Sprecherin des PNV im Kongress und Spitzenkandidatin für Gipuzkoa, machte deutlich, dass Präsident Pedro Sánchez „maximale politische Verantwortung“ übernehmen müsse – notfalls durch „Rücktritt oder Entlassung“ von Verkehrsminister Óscar Puente. Eine direkte Namensnennung vermied Vaquero allerdings.
„Llueve sobre mojado“
Bei einer Pressekonferenz im Parteisitz Sabin Etxea in Bilbao, gemeinsam mit den Kandidaten Idoia Sagastizabal und Gorka Urtaran, erinnerte Vaquero daran, dass es sich bereits um den zweiten schweren Eisenbahnunfall binnen eines Jahres handelt. „Es regnet auf den nassen Boden“, sagte sie mit Blick auf das frühere Unglück von Adamuz. Es sei „nicht akzeptabel“ – ein Begriff, den auch Sánchez selbst verwendet habe –, dass solche Katastrophen in so kurzer Zeit erneut passierten, während das Land noch unter dem Eindruck des vorherigen Unglücks stehe.
Technische und politische Aufarbeitung gefordert
Die Abgeordnete verlangte eine lückenlose Aufklärung des Geschehenen sowie die Übernahme von „technischen und politischen Verantwortlichkeiten auf höchster Ebene“. Auf die Frage, ob Puente persönlich zurücktreten müsse, verwies sie auf Sánchez: „Das wird Herr Sánchez zu entscheiden haben.“ Der Präsident müsse klären, welche Konsequenzen gezogen werden. Zunächst stehe jedoch die Aufarbeitung der Unglücksursache im Vordergrund, danach seien die Schlussfolgerungen zu ziehen.
Vaquero räumte zugleich ein, dass Ereignisse dieser Tragweite den laufenden Wahlkampf für die vorgezogenen Parlamentswahlen spürbar beeinflussen. Wie die Zeitung El País berichtet, könnte der Unfall die Verkehrspolitik ins Zentrum der Debatte rücken – ein Thema, das bislang kaum eine Rolle gespielt hatte.
Quelle: europapress.es