Adif-Mitarbeiter fordern mehr Sicherheit im Bahnverkehr

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Sevilla

Adif-Mitarbeiter fordern mehr Sicherheit im Bahnverkehr

von Redaktion2 Min. Lesezeit

Ein Appell nach der Katastrophe

Die Trauer ist groß, die Wut über die Umstände ebenfalls. Rund 200 Beschäftigte des spanischen Bahninfrastrukturbetreibers Adif versammelten sich am Donnerstag in der Station Santa Justa in Sevilla, um der Opfer des verheerenden Zugunglücks von Urda in der Provinz Toledo zu gedenken. Doch der stille Moment war nur der Auftakt für eine unmissverständliche Botschaft an die Verantwortlichen.

Forderung nach einem radikalen Umdenken

Es sei eine "Tragödie", die niemals hätte passieren dürfen, so der Tenor der Versammlung. Der Sprecher des Betriebsrats, Francisco Ortiz, ließ in seiner Ansprache keinen Zweifel daran, dass es bei bloßen Beileidsbekundungen nicht bleiben dürfe. Die Kernforderung lautet: Die Eisenbahnsicherheit müsse endlich zur "absoluten Priorität" werden. Nach den tödlichen Unfällen der Vergangenheit sei es ein Gebot der Stunde, alle notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, damit sich ein solches Desaster nicht wiederholt. Es gehe nicht um kosmetische Korrekturen, sondern um eine grundlegende Verbesserung der Schutzmechanismen.

Einigung im Schmerz, Geschlossenheit in der Sache

Zu den Trauernden und Demonstrierenden gesellten sich nicht nur Gewerkschaftsvertreter von CCOO, sondern auch Politiker der Region. Die Anwesenheit des andalusischen Ministers für Infrastruktur, Mario Muñoz, sowie des PP-Generalsekretärs Antonio Repullo und weiterer Abgeordneter unterstrich die gesellschaftliche Sprengkraft des Themas. In fünf Minuten absoluter Stille gedachte die Runde der mindestens 69 Toten, zeigte sich solidarisch mit den Verletzten und ihren Familien – und machte zugleich deutlich, dass die "gesamte Eisenbahnfamilie" geschlossen hinter der Forderung nach einem sicheren Schienennetz steht.

Mehr als nur Gedenken

Die Botschaft der Adif-Beschäftigten ist ein Weckruf. Sie lobten zwar die Arbeit der Rettungskräfte, doch die entscheidende Aussage richtete sich an die politischen und wirtschaftlichen Entscheidungsträger: Ein modernes Land wie Spanien darf nicht länger zulassen, dass Sicherheitslücken auf der Schiene Menschenleben kosten. Das Votum aus Sevilla ist eindeutig – der Bahnverkehr muss sicherer werden, und zwar jetzt. Wie die Zeitung Europa Press berichtet, endete die Veranstaltung mit einem Appell, der in seiner Deutlichkeit kaum zu überbieten war und als mahnendes Zeichen an die Betreibergesellschaften des Landes verstanden werden muss.


Quelle: europapress.es

Mehr aus Sevilla & Andalusien