Sevilla zittert: Zugunglück treibt Hotellers um

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

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Sevilla zittert: Zugunglück treibt Hotellers um

von Redaktion2 Min. Lesezeit

Nach dem Unfall ist vor dem Scherbenhaufen

Die Katastrophe von Urda hinterlässt tiefe Spuren – nicht nur bei den Angehörigen der Opfer, sondern auch in der Wirtschaft Andalusiens. Während die Trauer um die vielen Todesopfer dominiert, schlägt die Tourismusbranche in Sevilla längst Alarm. Dort fürchtet man nicht weniger als den wirtschaftlichen Kollaps einer ganzen Saison. Die "Narben" des Unglücks könnten tiefer reichen als gedacht.

Stornierungswelle zum Feiertag

Ausgerechnet vor dem wichtigen Allerheiligen-Wochenende trifft es die Branche mit voller Härte. Eigentlich rechneten die Hoteliers mit einer Auslastung von 84 Prozent an den drei Feiertagsnächten – doch diese Hoffnung hat sich zerschlagen. Seit Mittwoch rollt eine Welle der Absagen über die Betriebe hinweg, wie der Branchenverband mitteilt. "Stornierungen und Umbuchungen in Serie", beklagen die Hotellers. Auch Geschäftsreisen und Kongresse fallen reihenweise ins Wasser, was die Lage zusätzlich verschärft.

Die Lebensader ist gekappt

Das eigentliche Ausmaß des Schadens zeigt sich jedoch erst im Mittel- und Langzeitblick. Die Bahnstrecke zwischen Madrid und Sevilla, mit 47 Zugpaaren und täglich rund 10.000 Reisenden eine der wichtigsten Verkehrsadern Spaniens, wird bis Dezember blockiert sein. Ein Desaster, denn Schätzungen zufolge bleibt ein Großteil der Ankünfte aus der Hauptstadt über Nacht in der andalusischen Metropole – zwischen 60 und 70 Prozent, wie Branchenkenner annehmen.

Zwar hofft man, einen Teil der Verluste über Flug- und Busverbindungen auffangen zu können, doch der Verlust ist bereits jetzt "unvermeidlich". Der Vorstand des Hotelverbands mahnt daher eine konzertierte Aktion von Politik und Bahnbetreibern an. Nur mit schnellen, koordinierten Ersatzlösungen sei die Mobilität zu sichern und der Schaden zu begrenzen.

Ein Image, das noch lange nachhallen könnte

Doch die eigentliche Gefahr lauert woanders: im kollektiven Gedächtnis. Man habe aus der Vergangenheit gelernt, so die Verantwortlichen. Bereits ein früheres Unglück im Jahr 2026 auf derselben Strecke habe zu einem Einbruch von 25 Prozent bei den Passagierzahlen geführt. Die Angst vor einer "Reputationskrise" und einem nachhaltigen Vertrauensverlust in die Hochgeschwindigkeitsstrecke ist groß. Der Unfall von Urda könnte damit nicht nur den Feiertags-Tourismus kosten, sondern das Reiseverhalten in Spanien insgesamt verändern.


Quelle: europapress.es

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