
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Luxusmeile Marbella rüstet sich für Halloween
Nervosität vor dem 31. Oktober
In den sozialen Netzwerken kursieren Aufrufe, die zu Ausschreitungen an Halloween aufrufen. Nach den jüngsten Ereignissen in Städten wie Barcelona oder Bilbao, wo vermummte Jugendliche Geschäfte plünderten und Sachschäden anrichteten, ist die Sorge nun auch in Marbella angekommen. Die anonymen Botschaften, die über WhatsApp verbreitet werden, nennen ausgerechnet den 31. Oktober – einen Tag, an dem Masken und Kostümierungen niemandem auffallen würden.
In diesem Umfeld sind die Sicherheitsbehörden der Provinz Málaga alarmiert und beobachten die Lage genau. Wie die Tageszeitung Diario Sur berichtet, richtet sich der Fokus dabei besonders auf Málaga-Stadt, Fuengirola und Marbella.
Gespaltene Geschäftswelt in der Luxusmeile
Während die einen die Aufrufe als Fake abtun, gehen die anderen auf Nummer sicher. Besonders der Hafen von Puerto Banús, bekannt als Hochburg der Luxusmarken, zeigt sich wachsam. Die Hafenverwaltung hat die ohnehin schon starke private Sicherheit weiter aufgestockt und steht in ständigem Austausch mit der Polizei. Dennoch betont man dort, dass die Kompetenzen privater Sicherheitskräfte Grenzen haben. Die örtlichen Unternehmerverbände von Marbella und San Pedro Alcántara geben sich gelassener. Sie setzen auf die gute Zusammenarbeit mit den Sicherheitskräften und warnen davor, den anonymen Aufrufen zu viel Aufmerksamkeit zu schenken.
Die Unsicherheit ist jedoch greifbar. Während einige Geschäfte wie das Modehaus Hugo Boss noch über mögliche Schutzmaßnahmen beraten, hat das Luxusgeschäft Loewe bereits konkrete Pläne: Man will die Ware wie bei einem Unwetter vorsorglich aus den Schaufenstern und Regalen räumen.
Lamborghini-Händler zieht radikale Konsequenz
Besonders drastisch reagiert der Lamborghini-Händler in Puerto Banús. „Ich habe das Gefühl, dass nichts passieren wird, aber man kann nie sicher sein. Deshalb leeren wir das gesamte Autohaus – nicht nur die Fahrzeuge, sondern auch die Elektronik“, so der Verantwortliche des Konzessionärs. Man wolle das Risiko auf ein Minimum begrenzen und das Geschäft als Ziel für mögliche Plünderer unattraktiv machen.
Diese Vorsichtsmaßnahmen sind kein Einzelfall. Es gibt Überlegungen, Schaufenster und Eingänge mit Holzbrettern zu verbarrikadieren oder Waren vorübergehend aus dem Verkaufsraum zu entfernen. Die allgemeine Stimmung unter den Händlern in der edlen Einkaufsgegend beschreibt die Leiterin der Loewe-Filiale als „alarmiert, aber ruhig“. Man sei sich bewusst, in einem privilegierten, geschützten Umfeld zu arbeiten – zwischen Fake-Aufrufen und ernst gemeinten Drohungen aber im Ungewissen zu sein.
Quelle: diariosur.es