Das Ende der Kohle auf Mallorca

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Palma de Mallorca

Das Ende der Kohle auf Mallorca

von Redaktion2 Min. Lesezeit

Ein historischer Schnitt mit Ansage

Mallorca sagt Lebewohl der Kohle – endgültig. Die balearische Landesregierung gab grünes Licht für die Stilllegung der letzten beiden Kohleblöcke im Kraftwerk Es Murterar in Alcúdia. Damit endet eine Ära, die nicht nur die Schornsteine der Insel prägte, sondern auch jahrzehntelang für Debatten über Umwelt und Tourismus sorgte. Kritiker mögen einwenden, dass der Schritt spät kommt – doch er kommt. Und er ist konsequent.

Versorgungssicherheit als Argument – und als Ausrede?

Die Genehmigung stützt sich auf ein positives Votum des Netzbetreibers: Die Stromversorgung der Insel sei auch ohne die Kohlemeiler gesichert. Das ist die gute Nachricht. Die schlechte für alle Skeptiker der Energiewende: Ihre Argumente, wonach Erneuerbare die Grundlast nicht stemmen könnten, sind damit endgültig widerlegt. Wer jetzt noch von blackouts auf Mallorca fantasiert, ignoriert schlicht die Realität.

Endesa lässt am Standort zwei Gasturbinen mit 75 Megawatt Leistung in Betrieb. Sie sollen als flexibles Backup dienen, bis Speicherlösungen und neue Solaranlagen die Lücke endgültig schließen. Das ist kein Rückzug, sondern eine Neupositionierung – die Energiewende findet nicht gegen die Industrie statt, sondern mit ihr.

Vom Kohlehafen zur Solaroase

Der Rückbau der Kohleblöcke ist kein Abriss ohne Perspektive. Es Murterar wird zum Labor für die Energiezukunft: Photovoltaik, Speichertechnologie, intelligente Netze. Schon jetzt betreibt Endesa auf der Insel fünf Solarkraftwerke, ein sechstes in Santanyí ist in Planung. Der Konzern hat verstanden, dass die Zukunft nicht im Import fossiler Brennstoffe liegt, sondern in der Nutzung dessen, was die Natur ohnehin liefert: Sonne, Wind und Know-how.

Natürlich bleibt die Skepsis berechtigt: Wird die Insel vom Kohleimporteur zum Speichervorreiter? Wird die lokale Wirtschaft von der Transformation profitieren oder nur zuschauen? Die Regierung verspricht Schulungen und lokale Arbeitsplätze. Gut so. Aber Versprechen sind kein Ersatz für Umsetzung. Die kommenden Jahre werden zeigen, ob aus der Ankündigung Realität wird.

Ein Signal für das Festland

Die Bedeutung dieses Schritts reicht über Mallorca hinaus. Es ist ein Signal an die gesamte Iberische Halbinsel: Wenn eine Insel mit begrenzten Ressourcen und hohem Touristendruck die Kohle abschaltet, dann haben die Festlandregionen keine Ausreden mehr. Der Ausstieg ist technisch machbar, wirtschaftlich vertretbar und ökologisch überfällig.

Übrigens: Ein Gemälde von Balearen-Präsidentin Marga Prohens schmückt die offizielle Vertragsunterzeichnung zwischen Endesa und der Regierung - ein symbolträchtiges Detail, das zeigt, wie sehr dieses Projekt zum politischen Aushängeschild geworden ist.

Die Kohle auf Mallorca ist Geschichte. Die Zukunft hat bereits begonnen – sie heißt Solarenergie, Speicherung und eine Portion Realismus darüber, dass der Umbau Zeit braucht. Aber er kommt voran.

Wie die Nachrichtenagentur Europa Press berichtet, erfolgte die Genehmigung durch die Conselleria de Empresa, Energía y Autónomos nach positiver Prüfung des Systembetreibers.


Quelle: europapress.es

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