
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Granadas Hoteliers fürchten den Stillstand
Ausgebremst statt ausgebucht
Eigentlich sollte die Vorfreude auf das lange Wochenende riesig sein. Doch die Euphorie ist verflogen, bevor sie überhaupt richtig entfachen konnte. Die Federación Provincial de Empresas de Hostelería y Turismo de Granada schlägt Alarm: Statt ausgebuchter Zimmer und voller Restaurants herrscht Ernüchterung. Ein spürbarer "Frenazo", ein abruptes Abbremsen der Online-Buchungen, gepaart mit einer Welle von Stornierungen in letzter Minute, macht den Unternehmern einen Strich durch die Rechnung.
Die Angst fährt mit
Die Zahlen sind eindeutig: Ursprünglich peilte die Branche für die Feiertage, die in Andalusien bis zum kommenden Montag andauern, eine Auslastung von stolzen 76 Prozent an. Doch nun bröckelt diese Prognose. Was ist passiert? Juan Manuel López, Generalsekretär der Federación, nennt gegenüber Europa Press die entscheidenden Faktoren. Es ist das mulmige Gefühl, die Furcht vor dem Reisen selbst – ausgelöst durch das schwere Bahnunglück von Urda. Hinzu kommt ein handfestes Problem: Wer überhaupt noch bereit ist zu verreisen, scheitert oft an der schieren Unmöglichkeit, ein bezahlbares Fortbewegungsmittel zu finden. Die Preise für Alternativen sind explodiert, die Verfügbarkeit ist ein Glücksspiel.
Das Zug-Dilemma lähmt den Süden
Besonders das abgeschnittene Herzstück der spanischen Infrastruktur sorgt für dicke Luft: die blockierte Bahnverbindung zwischen Madrid und Andalusien. Dieses Desaster ist nach Ansicht des Branchenverbands die größte Sorge – und das nicht nur für das kommende Wochenende. Man blickt bereits mit Schrecken auf den nächsten Feiertagsblock im Dezember. Die Ungewissheit, ob und wie man dann überhaupt mobil sein kann, vergiftet die Planungssicherheit vieler Reisender. Ein Beispiel, das López schildert, verdeutlicht die Absurdität der Lage: Ein Reisender, der für den 12. November einen Flug nach Granada buchen wollte, wurde mit einem Preis von 500 Euro konfrontiert. Das ist keine Preisanpassung, das ist Abschreckung.
Die Region als stiller Retter
Doch es gibt einen Hoffnungsschimmer, eine Art Selbstheilungskraft des Südens. López setzt auf den andalusischen Binnentourismus. Wer nicht auf das marode Bahnnetz angewiesen ist, sondern das eigene Auto nutzen und innerhalb der Region bleiben kann, wird vielleicht das verlorene Terrain wettmachen. Die Sorge der Granadiner Kollegen wird übrigens in ganz Andalusien geteilt – insbesondere in Sevilla, das als Dreh- und Angelpunkt für viele Weiterreisen in die Provinzstädte gilt, auch für ausländische Gäste.
Ein kleiner Trost
Immerhin: Die Stornierungsbedingungen sind bei vielen Anbietern flexibel. Einige Buchungen könnten also nicht komplett verfallen, sondern lediglich auf andere Termine verschoben werden. Ein schwacher Trost für ein Wochenende, das sich derzeit eher nach Schadensbegrenzung als nach Feiertagsstimmung anfühlt. Die Frage, ob der Zugverkehr bis zur Constitución-Feiertagen wieder stabil läuft, bleibt die alles entscheidende.
Quelle: Informationen nach Europa Press
Quelle: europapress.es