
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Granada streikt: Metro-Fahrplan wird ausgedünnt
Erste Arbeitsniederlegungen am Freitag
Die Beschäftigten der Metro Granada treten an diesem Freitag in den ersten von insgesamt 25 geplanten Teilausständen. Betroffen sind überwiegend die Hauptverkehrszeiten am Morgen, Mittag und Abend. Die Regionalregierung von Andalusien hat für diese Zeiträume verbindliche Mindestleistungen von 60 Prozent der üblichen Kapazität angeordnet.
Wie das Verkehrsunternehmen selbst mitteilt, werden die Intervalle zwischen den Zügen während der Streikphasen deutlich länger. Zwischen 7:00 und 10:30 Uhr sowie von 13:00 bis 15:30 Uhr müssen Fahrgäste mit Wartezeiten von etwa dreizehn Minuten rechnen. In den übrigen Betriebszeiten verdichten sich die Takte teils auf sechs bis zehn Minuten. Auch nach dem offiziellen Ende eines Streikabschnitts bleibt der Fahrplan instabil: Laut Betreiberangaben benötigt das System bis zu 90 Minuten, um wieder in den regulären Rhythmus zu finden.
Nächster Streiktermin am 3. November
Bereits am darauffolgenden Dienstag sind die nächsten Arbeitsniederlegungen terminiert. Die Gewerkschaften haben dafür die Blöcke von 7:00 bis 9:30 Uhr, 13:00 bis 15:30 Uhr und 19:00 bis 21:30 Uhr festgelegt. Auch dann gelten ähnliche Taktverdichtungen wie am Freitag, mit Spitzenintervallen von dreizehn Minuten während der Stoßzeiten.
Die Kommunikation über aktuelle Abweichungen erfolgt nach Angaben der zuständigen Mobilitätsbehörde in Echtzeit über Anzeigetafeln in den Stationen sowie per Lautsprecherdurchsagen.
Verhandlungspoker um neuen Tarifvertrag
Hintergrund der Arbeitskampfmaßnahmen ist der festgefahrene Konflikt um einen neuen Tarifvertrag für die rund 160 Mitarbeiter. Der Betriebsrat wirft der Betreibergesellschaft Avanza vor, die Verhandlungen zu blockieren. Die Belegschaft fordert Gehälter, die mit denen der übrigen andalusischen Metros vergleichbar sind, sowie verbindliche Zusagen zur Verbesserung der Fahrgastsicherheit und Servicequalität.
Der Streikkalender erstreckt sich bis in den Januar: Neben den beiden Novemberterminen sind im Dezember zwölf weitere Teilausstände geplant. Hinzu kommen vier ganztägige Streiks am 27. und 28. November sowie am 28. Dezember und 5. Januar.
Junta mahnt Kompromiss an
Die Regionalregierung zeigt formale Neutralität, drängt jedoch auf eine Einigung. Man respektiere die Entscheidungen der Arbeitnehmervertreter, erklärte das Ministerium für Infrastruktur und Mobilität. Zugleich verwies die Behörde auf das jüngste Angebot der Unternehmensführung: Dieses sehe eine kumulierte Gehaltserhöhung von 25,35 Prozent über vier Jahre vor, ergänzt um organisatorische Verbesserungen und Maßnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Die Gewerkschaftsseite signalisierte derweil weiterhin Gesprächsbereitschaft, um eine Eskalation doch noch abzuwenden.
Quelle: europapress.es