
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Klimawandel kostet Balearen 17 Prozent Wirtschaftskraft
Ein Warnschuss mit Ansage
Wer jetzt noch zweifelt, dass der Klimawandel kein Zukunftstheorie, sondern ein brutales Wirtschaftsrisiko ist, sollte auf die Balearen schauen. Die Inseln stehen vor einem Scherbenhaufen: Bis zu 17 Prozent des Pro-Kopf-BIP könnten bis 2050 einfach weggeschmolzen sein. Das ist kein apokalyptisches Szenario von Greta-Getreuen, sondern das Ergebnis einer Studie der Fundación AXA, die unter dem Titel 'Cuidar el presente, proteger el mañana' konkrete Zahlen liefert. Wer glaubt, Mallorca sei gegen die Klimakrise immun, der sei gewarnt: Es geht um Wohlstand, Arbeitsplätze und die goldene Tourismusgans, die das Land seit Jahrzehnten schlachtet.
Die Rechnung: Tourismus als Achillesferse
Die Expertin für Hochwasserrisiken, Claudia Ylla, hat in Palma eine Rechnung aufgemacht, die simple Logik mit harten Fakten verbindet. Die wirtschaftlichen Hauptschäden werden dort entstehen, wo Mallorca am verwundbarsten ist: im Tourismussektor. Die Branche, die Jobeinstieg und Boomerang-Urlauber gleichermaßen anzieht, hängt an drei lebenswichtigen Faktoren – den Stränden, dem Wasser und dem thermischen Komfort. Steigende Temperaturen, ausbleibende Regenfälle und schmelzende Küstenlinien sind keine abstrakten Naturphänomene, sondern direkte Angriffe auf das Geschäftsmodell der Insel.
Die Studie zeichnet ein düsteres Bild: Überschwemmungen, Dürren, längere Hitzewellen und der schleichende Verlust ganzer Strände werden die Urlaubsinsel bis 2050 grundlegend verändern. Der Mechanismus dahinter ist simpel und brutal: Verliert die Destination ihren Charme, sinkt die Zahl der Besucher. Wer will schon in einer Sauna am Betonstrand liegen, wenn das Wasser knapp wird und die Bucht erodiert? Mallorca droht nicht nur ein Image-, sondern ein handfester Standortnachteil. Die Klimakrise ist hier kein ökologisches Randthema, sondern eine existenzielle Bedrohung für den wichtigsten Wirtschaftszweig der Region. Wer jetzt weiter darüber debattiert, ob man sich Anpassungsmaßnahmen „leisten" kann, hat die Rechnung ohne den Mallorquiner gemacht – denn die Kosten des Nichtstuns sind um ein Vielfaches höher.
Quelle: europapress.es