Marbella erzwingt Öffnung der Autobahn-Abfahrt

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Marbella

Marbella erzwingt Öffnung der Autobahn-Abfahrt

von Redaktion2 Min. Lesezeit

Ein fataler Alleingang mit Folgen

Wer glaubt, eine Autobahnzufahrt sei nur ein weiteres Stück Asphalt, der hat die Lage an der Costa del Sol nicht verstanden. Seit mehr als einem Monat ist der Zugang zur vielbefahrenen A-7 im Bereich Golden Beach dicht – und das nicht etwa wegen einer geplanten Baustelle mit vorheriger Ankündigung, sondern durch eine einseitige, geradezu willkürliche Entscheidung eines Projektentwicklers. Anwohner von über 2.000 Wohnungen, Schüler, Pendler und Hoteliers stehen vor verschlossenen Barrieren. Die Kommunikation? Fehlanzeige. Weder die Stadt noch die betroffenen Geschäftsleute wurden informiert.

Ein Schlingerkurs der Verantwortlichen

Besonders perfide ist die Tatsache, dass die Sperrung auf Basis eines urbanistischen Projekts erfolgte, dessen Planung bis ins Jahr 2016 zurückreicht. Bereits 2021 hatte die Demarcación de Carreteras del Estado grünes Licht gegeben – allerdings unter klaren Auflagen: erst die Verkehrslenkung über den südlichen Begleitweg und die Anpassung des Anschlusses Elviria, dann schließen. Nichts davon geschah. Stattdessen wurde einfach abgeriegelt. Die Stadtverwaltung unter Bürgermeisterin Ángeles Muñoz reagierte mit Drohnenaufnahmen und Verkehrsanalysen – doch wer rettet die gestrandeten Autofahrer, während die Behörden ihre Messgeräte ausrichten?

Marbella kontert mit einer mutigen Lösung

Nun legt die Stadt nach und präsentiert einen Plan, der es in sich hat: ein provisorischer Abzweig an der A-7 im Bereich La Víbora, ausgestattet mit einer 95 Meter langen Verzögerungsspur und Tempo-40-Limit. Die Gemeinde will die Kosten selbst tragen – ein unmissverständliches Zeichen an alle Beteiligten, dass die Geduld erschöpft ist. Der Clou: Die Ausfahrt wird nur in eine Richtung geöffnet, die Einfahrt zur Autobahn bleibt tabu, um zusätzliche Risiken zu vermeiden. Die Argumentation der Stadt ist schlüssig: Der Druck auf den Anschluss Elviria muss sofort sinken, nicht irgendwann nach Abschluss der Bauarbeiten.

Der Protest wird konkret

Die Polizei hat mit detaillierten Aufnahmen und Verkehrszählungen dokumentiert, was Anwohner seit Wochen ertragen müssen: Rückstaus bis auf die A-7, Auffahrunfälle, gezwungene Umwege über schmale Nebenstraßen mit marodem Belag. Besonders brisant ist die Lage an Schulen und Einkaufszentren, wo Fußgänger nun einem erhöhten Risiko ausgesetzt sind. Für Muñoz ist die Lage eindeutig: „Die Umstände belegen eine massive Beeinträchtigung der gewohnten Routen mit einem gravierenden Problem für Sicherheit und Funktionieren des Verkehrs.“ Bereits im September forderte die Stadt die sofortige Wiederöffnung – ohne Antwort. Jetzt legt sie nach, mit einem dringenden Appell an die Zentralregierung in Madrid.

Die Botschaft ist klar: Wer die Geduld einer ganzen Region strapaziert, muss mit Gegenwind rechnen. Marbella zeigt, wie kommunale Hartnäckigkeit funktioniert – finanziert aus eigener Tasche, aber mit dem Rückenwind Tausender Pendler.


Quelle: diariosur.es

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