
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Blutige Familienfehde erschüttert Pinos Puente
Eskalation in der Nacht
In der andalusischen Gemeinde Pinos Puente hat sich in der Nacht zum Dienstag ein schwerer Konflikt zwischen zwei Familien entladen. Nach übereinstimmenden Angaben von Ermittlern und Gemeindeverwaltung eskalierte die Lage kurz nach Mitternacht, als sich zwei verfeindete Gruppen auf offener Straße gegenüberstanden. Im Verlauf des Aufeinandertreffens wurden zwei Brüder durch Stichwaffen verletzt. Zeugenberichten zufolge soll zudem versucht worden sein, einen der Beteiligten mit einem Fahrzeug zu überfahren.
Die beiden Verletzten wurden nach einer Erstversorgung im örtlichen Gesundheitszentrum in ein Krankenhaus gebracht. Ihr Zustand ist nach ersten Erkenntnissen stabil, über die genaue Schwere der Verletzungen gab es zunächst keine offiziellen Angaben. Wie die Guardia Civil bestätigte, konnten die mutmaßlichen Tatwaffen sichergestellt werden.
Welle der Vergeltung
Die Auseinandersetzung blieb kein Einzelfall. Im Anschluss an die Messerattacke machten sich Angehörige der Verletzten auf den Weg zu den Wohnhäusern der Gegenseite. Dabei entstanden nach Polizeiangaben erhebliche Sachschäden: Zwei Geschäftslokale, ein Wohngebäude und ein geparktes Fahrzeug wurden beschädigt. In einer anderen Straße des Ortes wurde ein Wohnhaus mit Schüssen attackiert, nachdem die Angreifer dort die mutmaßlichen Täter vermuteten.
Die Gewalt endete damit jedoch nicht. Wie die Ermittler weiter mitteilten, wurden später zwei Fahrzeuge mit Einschusslöchern aufgefunden, zudem brannte ein weiteres Auto vollständig aus. Ob es einen direkten kausalen Zusammenhang zwischen den Schüssen und den Stichverletzungen gibt, ist Gegenstand der laufenden Ermittlungen.
Hintergründe noch unklar
Die zuständige Kriminalpolizei der Guardia Civil in Granada hat die Ermittlungen übernommen. Nach ersten Erkenntnissen könnte der Ursprung der Fehde nicht in Pinos Puente selbst liegen. Wie die Behörde auf Anfrage mitteilte, wird untersucht, ob der Konflikt seinen Ausgang in einem früheren Zwischenfall in der Nachbargemeinde Benalúa genommen hat. Eine offizielle Bestätigung dafür steht noch aus.
Unabhängig davon hat die örtliche Gemeindeverwaltung die Lage als äußerst ernst eingestuft. Bürgermeister Iván Fernández verurteilte die Vorfälle in deutlichen Worten und forderte eine Sondersitzung des lokalen Sicherheitsrats. Diese soll in Abstimmung mit der staatlichen Subdelegation in Granada zeitnah einberufen werden, um über verstärkte Sicherheitsmaßnahmen zu beraten.
Stadtverwaltung kündigt Juristische Schritte an
Fernández stellte klar, dass die Gemeinde im Falle eines Gerichtsverfahrens als Nebenkläger auftreten werde. Man stelle sämtliche verfügbaren Mittel der örtlichen Polizei zur Aufklärung bereit. Die Behörden haben die Polizeipräsenz in der betroffenen Zone bereits vorsorglich erhöht, um weitere Ausschreitungen zu verhindern.
Der Bürgermeister betonte ausdrücklich, dass der Vorfall nicht mit einem Schusswaffenangriff in Verbindung stehe, der sich erst vor gut einer Woche, am 18. Oktober, in der Gemeinde ereignet hatte. Damals war ein 32-jähriger Mann in der Nähe einer Spielhalle angeschossen und verletzt worden.
Quelle: europapress.es