
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Andalusien drängt auf Anti-Okupations-Gesetz für ganz Spanien
Die andalusische Ministerin für Wohnungswesen, Jugend und Raumordnung, Rocío Díaz, hat sich am Dienstag für eine nationale „Anti-Okupations-Gesetz“ ausgesprochen. Bei einem informativen Frühstück in Sevilla betonte die PP-Politikerin die Notwendigkeit einer solchen Regelung für ganz Spanien. Zugleich zeigte sie sich erfreut darüber, dass der nationale PP-Vorsitzende und Kanzlerkandidat Alberto Núñez Feijóo die in Andalusien erprobten Maßnahmen im Wohnungsbereich auf das ganze Land übertragen will.
Kritik an mangelndem Dialog mit dem Zentralstaat
Díaz bezeichnete es als „korrekt“, dass Feijóo die andalusischen Ansätze übernehmen möchte, sollte er nach den Neuwahlen am 29. November Regierungschef werden. Die Ministerin zeigte sich überzeugt, dass Feijóo im Falle eines Wahlsiegs „ernsthaft, rigoros und vernünftig mit den Regionen und Kommunen zusammenarbeiten“ würde. Diese Zusammenarbeit sei dringend nötig, um mehr Wohnraum zu schaffen und bestehende Immobilien zu sanieren.
Die andalusische Regierungsvertreterin übte deutliche Kritik an der aktuellen Wohnungspolitik der Zentralregierung. In den sektoralen Konferenzen unter der Leitung von Wohnungsbauministerin Isabel Rodríguez habe sie stets „eine Mauer“ vorgefunden. „Dass die Regionen in Wohnungsfragen nicht vom Zentralstaat angehört werden, ist ein Versagen von Pedro Sánchez“, so Díaz. Man habe versucht, so oft wie möglich mit dem Ministerium zu verhandeln und Kompromisse zu finden, sei dabei aber auf taube Ohren gestoßen. Die Ministerin habe in dieser Frage schlicht versagt.
Klare Unterscheidung zwischen Besetzung und Sozialhilfe
Auf die Problematik illegaler Hausbesetzungen angesprochen, stellte Díaz klar, dass diese nicht toleriert werden dürften. Im Senat sei bereits ein entsprechendes Gesetz mit der absoluten Mehrheit der Volkspartei verabschiedet worden. Im Abgeordnetenhaus sei es jedoch „in einer Schublade verschwunden“, weil die Koalition aus Sozialisten und Sumar ein Scheitern befürchtet habe.
Die Ministerin betonte, dass ein solches Gesetz dringend nötig sei, um „rechtliche Sicherheit zu schaffen und Ängste zu nehmen“. Sie verwahrte sich gegen die Vermischung von illegaler Besetzung und der Unterstützung für Bedürftige. „Das eine ist illegale Besetzung, das andere ist Hilfe für Schwache“, stellte Díaz unmissverständlich klar.
Hilfsprogramme für Schwache laufen bereits
Die andalusische Regierung fördert laut Díaz seit 2022 mit 6,2 Millionen Euro Hilfsprogramme für den Dritten Sektor, um gefährdete Familien mit Wohnraum zu versorgen. Weitere Mittel für 2026 seien bereits in Vorbereitung. Auch das andalusische Wohnungsgesetz sehe Unterstützung für besonders schutzbedürftige Menschen vor, koordiniert über verschiedene Ressorts.
Allerdings dürfe die Hilfe für Bedürftige nicht zulasten der Eigentümer gehen, so die Ministerin. Die Verwaltungen müssten Mechanismen bereitstellen, um sowohl Menschen mit Behinderung als auch andere vulnerable Gruppen vor illegalen Besetzungen zu schützen. Ein effektives Gesetz müsse es ermöglichen, Besetzer innerhalb von 24 Stunden des Hauses verweisen zu können.
Auf die Frage, ob sie sich als Wohnungsbauministerin in einem möglichen Kabinett Feijóo sehe, antwortete Díaz mit einem klaren Nein. Sie sei „glücklich in Andalusien“ und habe dort eine wichtige Aufgabe. Ministerpräsident Juanma Moreno habe den Wohnungsbau zur Priorität erklärt und dafür ein eigenes Ministerium geschaffen, das auch die Bereiche Jugend und Raumordnung abdeckt. „Ich bin voll und ganz auf Andalusien und den Wohnungsbau konzentriert“, betonte sie abschließend. Dass andere die Rezepte aus ihrer Region übernähmen, mache sie „sehr froh“ – ein Zeichen dafür, dass Moreno es richtig mache. Wie die Zeitung Europa Press berichtet, äußerte sich Díaz im Rahmen einer Frühstücksveranstaltung in der Stiftung Cajasol in Sevilla.
Quelle: europapress.es