Adelante attackiert Wohnungs-Spekulation

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Sevilla

Adelante attackiert Wohnungs-Spekulation

von Redaktion2 Min. Lesezeit

Kampfansage an Investoren

Adelante Andalucía hat am Sonntag in Sevilla ihre acht Spitzenkandidaten für die vorgezogenen spanischen Parlamentswahlen am 29. November präsentiert. Der Wahlkampfauftakt diente jedoch nicht nur der Vorstellung der Kandidaten, sondern vor allem einer deutlichen Ansage: Die linksgerichtete andalusische Formation will den Kampf gegen die Wohnungsspekulation ins Madrider Abgeordnetenhaus tragen.

Parteisprecher José Ignacio García machte bei der Veranstaltung in der Calle Doña María Coronel klar, wogegen man antreten will. Die Straße, in der sämtliche Erdgeschosse als Ferienwohnungen genutzt werden, diente dabei als bewusst gewähltes Sinnbild. García zufolge dürfe Andalusien nicht „zur Kulisse für Investmentfonds und Wohnungsspekulanten“ verkommen. Die Kandidaten träten mit dem klaren Ziel an, diese Entwicklung zu stoppen.

Wohnraum statt Ferienparadies

García kritisierte, dass Wohnungen zunehmend als reine Kapitalanlage behandelt würden, statt den Menschen als Zuhause zu dienen. Die Partei fordert, dass die zahlreichen Touristiken-Apartments in den Innenstädten wieder in normale Wohnungen oder Ladenlokale umgewandelt werden. Der aktuelle Kurs führe dazu, dass die einheimische Bevölkerung aus den Vierteln verdrängt werde, so der Parteisprecher weiter.

Die Wahlkampagne will man nach Angaben der Partei bewusst anders gestalten als die der etablierten Kräfte. Themen wie bezahlbarer Wohnraum, öffentlicher Nahverkehr, Spritpreise sowie die Kosten für Lebensmittel stehen im Fokus. García kündigte an: „Wir werden über das echte Leben sprechen, darüber, was die Andalusier belastet - und nicht über das Geplänkel der Politiker.“

Kandidaten aus dem Alltag

Bemerkenswert ist die Zusammensetzung der Kandidatenliste: Keiner der acht Spitzenkandidaten ist nach Parteiangaben Berufspolitiker. Stattdessen schickt Adelante Menschen ins Rennen, die aus unterschiedlichsten Berufen kommen – von der Krankenpflegerin über Ingenieurinnen bis hin zu Lehrkräften und Aktivisten. Die Kandidatinnen für Granada, María Alcantud, machte in ihrer Rede deutlich, warum sie antritt: Sie habe die explodierenden Mieten selbst erlebt und sei von der Wohnungssuche in ihrer Stadt direkt betroffen.

Die Partei sieht sich eigenen Angaben zufolge als einzige wachsende Kraft im linken Spektrum Andalusiens und will im Wahlkampf vor allem junge Wähler ansprechen. Bei der Vorstellung in Sevilla sprach García von einer „neuen, frischen und fröhlichen Linken“, die es verstehe, gegen die konservative Regierungspartei PP und die rechtspopulistische Vox zu bestehen.

Symbolischer Ort als Mahnmal

Die Wahl des Veranstaltungsortes war Programm: Die Calle Doña María Coronel in Sevilla ist von Ferienwohnungen geprägt, ein eindrückliches Beispiel für die von Adelante kritisierte Transformation der Städte zu reinen Tourismusmagneten. „Wir wollen eine Andalusien, in der die arbeitende Bevölkerung Platz hat“, so García, „kein Andalusien, das nur noch aus Fassaden besteht.“

Adelante Andalucía sieht sich als Stimme des „normalen“ Andalusien und verspricht, die Sorgen der Bürger direkt ins Parlament zu tragen. Unter dem Motto einer „fröhlichen“ Kampagne will man zeigen, dass Engagement und Alltagserfahrung nicht im Widerspruch zu politischer Schlagkraft stehen müssen. Wie die Partei weiter mitteilte, seien die Bewerber bereit, „am 29. November für die Interessen der Jugend und der Arbeitnehmerschaft zu kämpfen“. Wie die Nachrichtenagentur Europa Press berichtete, kandidiert für die Provinz Jaén unter anderem Silvia Cano, eine Krankenschwester im Pflegebereich, die sich künftig für Kinderpolitik starkmachen möchte.


Quelle: europapress.es

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