128 Festnahmen nach schweren Ausschreitungen in Barcelona

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Barcelona

128 Festnahmen nach schweren Ausschreitungen in Barcelona

von Redaktion2 Min. Lesezeit

Gewaltwelle erschüttert die Innenstadt

Die schweren Ausschreitungen am Samstag im Zentrum von Barcelona haben ein enormes Ausmaß angenommen. Wie die Regionalpolizei mitteilte, wurden insgesamt 128 Personen festgenommen, 72 von ihnen sind minderjährig. Ausgelöst wurden die Krawalle durch eine offenbar über soziale Netzwerke organisierte Protestaktion, die in chaotische Gewalt und Plünderungen mündete.

Illa kündigt Konsequenzen an

Der katalanische Ministerpräsident Salvador Illa reagierte mit ungewöhnlich deutlichen Worten auf die Ereignisse. „Wer die Koexistenz verteidigt, zerschlägt keine Schaufenster und beschädigt keinen öffentlichen Raum", so Illa. Er kündigte an, die Hintermänner zu finden: „Jeder Beteiligte wird festgenommen, der Justiz zugeführt und einen Preis zahlen." Besonders an die Eltern der festgenommenen Jugendlichen richtete er eine klare Botschaft: „Wenn Minderjährige nicht zahlen können, werden ihre Eltern zur Verantwortung gezogen."

Bilanz der Zerstörung

Der Polizeieinsatz, an dem 295 Beamte der Mossos d'Esquadra und 229 Stadtpolizisten beteiligt waren, begann bereits zwei Stunden vor dem ersten Vorfall. Die Bilanz ist verheerend: 33 Feuerwehreinsätze, 14 verletzte Polizisten, von denen vier schwer verletzt wurden, sowie 23 verwüstete Geschäfte. Zudem stellten die Beamten Waffen, Pyrotechnik und Steine sicher. Die Stadtwerke arbeiten seit Sonntagabend daran, die Schäden zu beseitigen. 31 abgebrannte Müllcontainer wurden bereits ersetzt, auch die provisorisch am Plaça de Catalunya untergebrachten Blumenstände der Rambla sind wiederhergestellt.

Wie die Zeitung El País berichtet, steht die Polizei vor einem Rätsel: Die leitende Kommissarin Silvia Catà bezeichnete die Dynamik der Gewalt als „weitgehend unerklärlich" und betonte, es habe sich nicht um eine übliche Demonstration gehandelt, sondern um Aufrufe zu illegalen Handlungen in den sozialen Medien.

Scharfe Kritik aus Wirtschaft und Opposition

Der Gastronomieverband Barcelonas übt scharfe Kritik an der Polizeiführung. Man spricht von einer „fehlerhaften Risikobewertung" und einer unzureichenden Polizeipräsenz. Der Verband fordert, dass der Staat für die Reparaturkosten aufkommt, sich diese aber von den Tätern zurückholt.

Bürgermeister Jaume Collboni kündigte an, sich den Geschädigten zur Seite zu stellen: „Das Rathaus wird sich in allen Verfahren gegen die Verantwortlichen als Nebenkläger anschließen." Er sicherte den Beamten seine volle Unterstützung zu.

Die politische Debatte ist ebenfalls entbrannt. Vertreter von Junts, PP und Vox fordern eine Sondersitzung des Regionalparlaments, um Innenministerin Núria Parlon zu den Vorfällen zu befragen. Während die Opposition von einem Sicherheitsversagen spricht, spekuliert der republikanische Spitzenkandidat Gabriel Rufián über die Urheberschaft: „Wenn es der extremen Rechten nutzt, ist es wahrscheinlich, dass die extreme Rechte dahintersteckt." Die Ermittlungen zu den Drahtziehern der Ausschreitungen laufen auf Hochtouren.


Quelle: europapress.es

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