
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Musikfest in Katalonien stärkt andalusische Verbindungen
Gedenken und Gemeinschaft
In Santa Coloma de Gramanet bei Barcelona ist der Präsident der Regionalregierung von Andalusien, Juanma Moreno, am Samstagabend mit zwei Musikformationen zusammengetroffen. Die Gruppen Nuestra Señora de la Sierra aus der katalanischen Stadt und Virgen de los Reyes aus Sevilla gaben ein gemeinsames Konzert, das ursprünglich für Januar geplant war. Wegen eines schweren Eisenbahnunglücks in Adamuz hatte man die Veranstaltung damals verschoben.
Moreno widmete den Abend ausdrücklich den Opfern dieses Vorfalls. Er sprach den Hinterbliebenen und Freunden sein Mitgefühl aus und versicherte, man werde sie nicht vergessen. Die Geste war Teil einer längeren Ansprache, in der er die emotionale Bindung zu diesem Thema deutlich machte.
Stolz auf kulturelle Wurzeln
In seiner Rede hob der Politiker hervor, wie viel Leidenschaft in den Prozessionen und besonders in der Musikszene des religiösen Brauchtums stecke. Er kenne die Schwierigkeiten dieser Arbeit, sagte Moreno, und wisse, dass Talent vor allem dann entstehe, wenn Beharrlichkeit und Entschlossenheit zusammenkämen.
Der Andalusier betonte zudem seine eigenen familiären Verbindungen nach Katalonien. Viele Tausend Menschen aus seiner Heimatregion hätten über Jahrzehnte hinweg mit Einsatz und Engagement ganze Stadtviertel in Katalonien verändert – ohne ihre Identität aufzugeben. Dieses Band, so der Präsident, sei auch bei der inzwischen herangewachsenen Generation von Katalanen mit andalusischen Wurzeln lebendig geblieben.
Musik als Zeichen der Versöhnung
Die Musik leiste in einer Zeit voller Lärm und Negativität einen wichtigen Beitrag, argumentierte Moreno. Sie stehe für Zusammenleben, Herzlichkeit und gegenseitige Zuneigung zwischen den beiden Autonomen Gemeinschaften. Er schloss mit einer Einladung: Man hoffe auf einen Gegenbesuch in Sevilla, wo die Musiker erneut glänzen könnten. Sein abschließendes Lob galt den Formationen, denen er den Erfolg des Abends zuschrieb.
Wie die Nachrichtenagentur Europa Press berichtet, hatte die Veranstaltung auch politische Symbolkraft in einem angespannten Verhältnis zwischen den Regionen. Die Begegnung in Santa Coloma wurde als bewusstes Zeichen für Dialog und kulturelle Nähe gedeutet.
Quelle: europapress.es