
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Illa warnt vor falschen Verbündeten
Ein Appell an die Vernunft der Linken
Salvador Illa hat die politische Linke in Spanien eindringlich vor einem strategischen Fehler gewarnt. Beim Auftakt des Wahlkampfs seiner Partei in Tarragona zog der sozialistische Regierungschef Kataloniens einen klaren Trennungsstrich: Wer einen Sieg von PP und Vox verhindern wolle, komme an seiner Partei nicht vorbei. „Den entscheidenden Elfmeter schießt der Veterän, der nie versagt – nicht der Neuling, der immer etwas auszusetzen hat“, polterte Illa gegen die linken Konkurrenzparteien.
Gegen die Zersplitterung des progressiven Lagers
In seiner Rede machte Illa unmissverständlich klar, dass er Diskussionen mit den linksalternativen Kräften für Zeitverschwendung hält. Vielmehr gehe es darum, die Kräfte zu bündeln. Die Botschaft richtete sich an alle, die sich nach einem Regierungswechsel sehnen: „Manche verwechseln ihren Gegner.“ Die eigentliche Schlacht werde nicht innerhalb des progressiven Spektrums geschlagen, sondern gegen die drohende rechte Mehrheit.
Der Politiker warb dabei nicht nur um Vertrauen, sondern verwies auch auf personelle Alternativen. Mit Ione Montalvo, bisherige Ärztliche Direktorin des Universitätsklinikums Joan XXIII, präsentierte Illa eine Kandidatin, die nach seiner Überzeugung für Werte wie soziale Gerechtigkeit und öffentliche Daseinsvorsorge stehe. Es sei eine Person, die den Preis kenne, den man für sozialistische Überzeugungen zahlen müsse – gerade in Zeiten, in denen es nicht bergab, sondern bergauf gehe.
Der Preis der Daseinsvorsorge
Illa nutzte die Gelegenheit, um grundsätzliche sozialstaatliche Positionen zu untermauern. Er verwies auf die Allgemeine Gesundheitsgesetzgebung des früheren Ministers Ernest Lluch aus dem Jahr 1986. Die Lebenserwartung in Spanien sei seitdem um acht Jahre gestiegen – doppelt so stark wie in den USA, wo ein flächendeckendes öffentliches Gesundheitssystem fehle. „Ist der Staat gescheitert? Nein. Ist er hier effizienter als in den USA? Ja“, so Illa und wies zugleich die Kritik an staatlichen Eingriffen zurück.
Mit einem eingängigen Bild machte der Sozialist seine Position deutlich: „Ein Meter sind immer hundert Zentimeter.“ Wer bei Energiepreisen den Staat in die Pflicht nehme, dürfe bei der Regulierung des Wohnungsmarktes nicht plötzlich auf Marktmechanismen setzen. Die Wohnungsgesetze funktionierten dort, wo sie angewendet würden. Studien, die das Gegenteil behaupteten, seien oft gekauft – finanziert von „Vertretern des großen Geldes“, denen es um Profit gehe, nicht um das Gemeinwohl.
Scharfe Attacke gegen Vox
Besonders deutlich wurde Illa bei seiner Abrechnung mit der Rechtspartei Vox. Deren Anführer Santiago Abascal hatte kürzlich behauptet, die katalanische Identität gegen den Islamismus verteidigen zu wollen. Illa quittierte das mit beißendem Spott: „Was ist das für ein geschmackloser Scherz? Für wen hält man uns?“ Er erinnerte an die von Vox vorangetriebene Zensur im Kino in Kastilien-León und an die Angriffe auf katalanischsprachige Bücher in der Valencianischen Gemeinschaft. „Das soll Verteidigung Kataloniens sein? Das soll Verteidigung Spaniens sein?“, fragte er rhetorisch und stellte fest, dass diese Politik das Land um mindestens ein halbes Jahrhundert zurückwerfen würde.
Neutralität ist keine Option
Abschließend geißelte Illa jene, die sich in der aktuellen Lage für neutral erklärten. Eine solche Haltung komme einer Parteinahme für die Kräfte der „Involution“ gleich, für jene, die den gesellschaftlichen Frieden in Katalonien wieder zerstören wollten. Man wolle zwar keine Lektionen erteilen, aber man werde sich auch keine gefallen lassen – so seine unmissverständliche Ansage.
Quelle: europapress.es