
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Illa: Katalanisch und Autonomie bleiben unantastbar
Deutliche Ansage an die politische Rechte
Der Präsident der Generalitat, Salvador Illa, hat am Samstag in Girona eine unmissverständliche Grenze gezogen: Weder die katalanische Sprache noch das Selbstverwaltungsrecht Kataloniens stünden zur Disposition. Seine Botschaft richtete sich direkt an die Vorsitzenden von PP und Vox, Alberto Núñez Feijóo und Santiago Abascal. Nach Auffassung von Illa nähern sich die beiden Oppositionsführer zunehmend an – hin zu einem Modell, das er als gesellschaftlichen Rückschritt charakterisiert.
Scharfe Kritik an inhaltlichen Widersprüchen
In seiner Rede vor der Vorstellung der sozialistischen Kandidaten für die Wahlen in Girona griff Illa die Positionen der Rechten konkret an. So sei es widersprüchlich, wenn Feijóo sich selbst als Feminist bezeichne, gleichzeitig aber die Abschaffung des Gleichstellungsministeriums fordere. Auch das Vorgehen der Vox in Kastilien und León verurteilte der Sozialist: Der Versuch, Filmförderung mit einem angeblichen "Verbot ideologischer Indoktrination" zu unterbinden, sei nichts anderes als Zensur. Man beginne zu sehen, was dieses politische Lager tatsächlich plane, so Illa.
Wahlkampf als Schicksalswahl
Der Regierungschef zeichnete ein düsteres Bild vom anstehenden Wahlkampf: Die Opposition werde versuchen, Institutionen zu delegitimieren und das Vertrauen in die Briefwahl zu untergraben. Auch die Kritik an der sogenannten "Enkelgesetz"-Regelung ordnete er in diese Strategie ein. Für Illa ist der Urnengang stattdessen eine Abstimmung über Würde, Bildung und Respekt. Er rief zu einem Wahlkampf auf, der respektvoller sein solle als alle bisherigen in Spanien. Zugleich verteidigte er das Wahlrecht für alle spanischen Passinhaber, nachdem die umstrittene Regelung für Neubürger vorläufig ausgesetzt wurde.
Katalonien als Schlüssel in Europa
Illa betonte die besondere Bedeutung der kommenden Wahlen in einem globalen Kontext tiefgreifender Veränderungen – von demografischen Verschiebungen über technologische Sprünge bis hin zum Klimawandel. Er verortete den Urnengang am Beginn eines europäischen Wahlzyklus. Katalonien komme dabei eine entscheidende Rolle zu. Der Sozialist stellte klar, dass es letztlich nur zwei realistische Optionen gebe: ein progressives Modell unter Pedro Sánchez, das die Vielfalt Spaniens anerkenne – oder eine Koalition unter Führung von Feijóo und Abascal. Dazwischen gebe es nichts.
Seitenhieb auf Junts
Deutliche Worte fand Illa auch für die katalanische Partei Junts, der er vorwarf, nach jüngsten Ergebnissen die Neutralität zu suchen. Wer sich neutral verhalte, wolle sich nicht festlegen. Man könne nicht zwischen Demokratie und Autoritarismus, zwischen Wohnen als Recht oder als Geschäft, zwischen öffentlichem oder privatem Pensionssystem stehen. Auch im Gesundheitswesen gebe es keine Mitte zwischen einer universellen öffentlichen Versorgung und profitorientierter Medizin.
Appelle der Kandidaten
Silvia Paneque, katalanische Ministerin für Territorium und Wohnungsbau, bezeichnete die Wahl als "moralische" Entscheidung. Sie rief dazu auf, für Frieden statt Hass zu stimmen und betonte die katalanische Tugend der Vielfalt. Angesichts von Rassismus und Beleidigungen setze man auf Humanität, Gerechtigkeit und Freiheit. Der Spitzenkandidat für Girona, Marc Lamuà, ergänzte, es gehe bei dieser Wahl um die Verteidigung der Demokratie und darum, jenen Hoffnung zurückzugeben, die sie verloren hätten.
Wie Europa Press berichtet, fielen diese Aussagen im Rahmen der Vorstellung der sozialistischen Kandidatenliste für die Wahlen. An der Veranstaltung in Girona nahmen neben Illa auch Paneque und Lamuà teil.
Quelle: europapress.es