
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Diagonal-Trambahn: Baubeginn im Sommer 2026
Barcelona treibt den Lückenschluss der Trambahn voran
Die katalanische Hauptstadt steht kurz vor dem nächsten Schritt beim Ausbau ihres Straßenbahnnetzes. Wie Bürgermeister Jaume Collboni am Freitag in einem Interview mit Ser Catalunya bekannt gab, hat die städtische Regierungskommission bereits am Donnerstag die finanziellen Mittel für das Großprojekt freigegeben. Die Ausschreibung für die Bauarbeiten soll demnach innerhalb der nächsten zwei bis drei Wochen starten, sodass die Arbeiten auf der Avenida Diagonal bereits im kommenden Sommer beginnen können.
Zufriedenheit mit der bisherigen Entwicklung
Collboni betonte, dass seine Verwaltung das Versprechen aus dem Wahlkampf gehalten habe, den Lückenschluss vorzubereiten. Der Bürgermeister verwies auf den Erfolg der bestehenden Streckenabschnitte: Seit der Verlängerung bis zur Station Verdaguer sei die Fahrgastzahl um bemerkenswerte 30 Prozent gestiegen. Diese Entwicklung bestärke die Stadt darin, die Verbindung nun zu vollenden und die Gelegenheit zu nutzen, den öffentlichen Raum entlang der Strecke neu zu gestalten.
Debatte um Collserola und Wohnungspolitik
Neben dem Verkehrsthema äußerte sich Collboni auch zur Lage im Naturpark Collserola. Nach der Schließung wegen der Afrikanischen Schweinepest forderte er vom Regionalminister für Landwirtschaft, Òscar Ordeig, bei der schrittweisen Öffnung zuerst die viel genutzte Carretera de les Aigües freizugeben. Diese Strecke sei besonders bei Familien, Sportlern und Radfahrern beliebt.
In der Debatte um bezahlbaren Wohnraum wies der Bürgermeister die Kritik des konservativen Oppositionsführers Alberto Núñez Feijóo zurück. Dieser hatte Barcelona als Negativbeispiel sozialistischer Wohnungspolitik bezeichnet. Collboni konterte und verwies auf offizielle Register, die einen Rückgang der Mietpreise um 4,7 Prozent im vergangenen Jahr belegten – ein Wert, den es in Regionen unter PP-Führung nicht gebe. Er erinnerte an die Aussage von Ministerpräsident Pedro Sánchez, wonach Barcelona die einzige spanische Großstadt sei, die den Mietanstieg gestoppt habe.
Umgang mit dem Protestcamp
Bezüglich des Wohnprotestcamps auf der Plaça de Catalunya stellte Collboni klar, dass die Stadt das Recht auf Versammlung respektiere. Die zeitweise abgeschaltete Beleuchtung des Platzes in den letzten beiden Nächten sei eine Sicherheitsmaßnahme auf Anraten der Feuerwehr gewesen. Eine konkrete Räumung des Camps stehe derzeit nicht auf der Agenda der Stadtverwaltung, so der Bürgermeister.
Wie Europa Press berichtet, ist die Finanzierung des Projekts mit einem Volumen von rund 120 Millionen Euro eine der größten städtischen Investitionen in die Mobilitätsinfrastruktur der letzten Jahre. Die vollständige Verbindung der beiden Trambahnabschnitte durch die Innenstadt gilt als langjähriges Prestigeprojekt der Stadtplanung. Mit dem Baubeginn im Sommer 2026 würde ein zentrales Kapitel der urbanen Erneuerung Barcelonas aufgeschlagen, das die Stadt über Jahre hinweg prägen dürfte.
Quelle: europapress.es