
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
42 neue Wohnungen für Lanzarote
Ein Tropfen auf den heißen Stein?
Während die Wohnungspreise auf Lanzarote weiter explodieren und sich Einheimische längst aus dem Markt verabschiedet haben, kommt aus Yaiza zumindest eine kleine, aber wichtige Nachricht: 42 neue Sozialwohnungen gehen in die Vergabe. Das Institut Canario de la Vivienda (ICAVI) hat das Verfahren gestartet – pünktlich zum Start der Bewerbungsfrist Ende Oktober. Doch reicht das aus, um die Wohnungsnot auf der Insel zu lindern? Wohl kaum. Aber es ist ein Schritt, der zeigt, dass politischer Wille mehr sein kann als Sonntagsreden.
Fertig gebaut – und trotzdem lange überfällig
Die Wohnungen in der Urbanisation Montaña Roja in Playa Blanca sind fertig, die Schlüssel können bald übergeben werden. Drei Zimmer, 90 Quadratmeter, dazu ein Garage – das klingt nach solidem Standard. Zwei Einheiten sind zudem barrierefrei für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen. Möglich wurde das Projekt durch eine ungewöhnliche Kooperation: Der Cabildo von Lanzarote hat die Einheiten gekauft und dem ICAVI übertragen. Das Institut kümmert sich nun um Vermietung, Verwaltung und Instandhaltung. Eine kluge Arbeitsteilung, die zeigen könnte, wie öffentliche Hand gemeinsam mehr erreicht.
Verteilungs-Schlüssel mit Weitsicht
Die Vergabe folgt einem durchdachten Muster: Sieben Kontingente, die gezielt jene Gruppen berücksichtigen, die im freien Markt kaum Chancen haben. Zwei Wohnungen gehen an Menschen mit permanenter Rollstuhlnutzung, zwei weitere an Personen mit Mobilitäts- oder Kommunikationseinschränkungen ohne Rollstuhlpflicht. Drei Wohnungen sind für Gewaltopfer reserviert – ein starkes Signal gegen Wohnungslosigkeit in vulnerablen Lebenslagen. Jugendliche unter 35 Jahren erhalten elf der Einheiten, Senioren ab 65 Jahren vier, und Rückkehrer aus der Emigration können sich auf eine Einheit freuen. 19 Wohnungen bleiben dem allgemeinen Topf. Wer sich bewirbt, muss im öffentlichen Register für Wohnungssuchende eingetragen sein – die reine Registrierung garantiert allerdings noch keinen Zuschlag.
Zwischen Anspruch und Realität
Kritiker mögen einwenden, dass 42 Wohnungen bei einer Insel mit chronischem Wohnungsmangel nur ein Symbol sind. Befürworter sehen darin das Muster für eine Politik, die sich nicht vom Markt treiben lässt. Interessierte können sich zwischen dem 26. Oktober und dem 16. November bewerben – online über die Plattform der kanarischen Regierung. Die Frist ist kurz, die Nachfrage dürfte gewaltig sein. Eines ist sicher: Wer jetzt nicht handelt, wird auch in Zukunft zusehen müssen, wie die Insel für ihre eigenen Bewohner unbezahlbar wird. Diese 42 Wohnungen sind ein Anfang – mehr aber auch nicht.
Wie die Nachrichtenagentur Europa Press berichtet, wurde die Vergabe im Amtsblatt der Kanarischen Inseln veröffentlicht. Die Finanzierung teilten sich Regionalregierung und Inselrat.
Quelle: europapress.es