
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Kataloniens Regierungschef stellt sich gegen Gewalt
Ein Statement mit Signalwirkung
Während in der katalanischen Hauptstadt die Scheiben bersten und Barrikaden brennen, bleibt der neue Mann an der Spitze der Generalitat nicht wortlos. Salvador Illa hat die schweren Krawalle am Samstagnachmittag auf der Plaça de Catalunya unmissverständlich verurteilt – und damit eine klare Linie gezogen, die in dieser Deutlichkeit in den letzten Jahren nicht selbstverständlich war.
„Die Gewalt hat in Katalonien keinen Platz“, schrieb der Sozialist in einem Beitrag auf der Plattform X. Wer jetzt noch Zweifel an seiner Haltung gegenüber radikalen Chaoten hatte, dem nimmt Illa diese prompt: Demonstrationen seien ein demokratisches Recht, aber Angriffe, Einschüchterung und Sachbeschädigung seien es eben nicht. Diese Unterscheidung ist nicht nur juristisch korrekt, sondern auch politisch überfällig.
Kein Pardon für Randale
Die Bilder aus dem Zentrum Barcelonas sind eindeutig: Vermummte Aktivisten in Schwarz haben kleine Container, Papierkörbe und Motorräder zu einer Barrikade an der Ecke Bergara-Straße aufgetürmt. Zwei Bushaltestellen-Glaswände wurden zertrümmert, weiteres Stadtmobiliar ging zu Bruch. Es ist das vertraute Muster einer Minderheit, die den öffentlichen Raum als Kampfzone missversteht.
Bemerkenswert ist nicht nur die Geschwindigkeit, mit der Illa reagierte, sondern auch die Deutlichkeit seiner Ankündigung: Er werde dafür sorgen, dass die Täter „es bezahlen“. Ein Satz, der wie eine Kampfansage an jene Szene wirkt, die sich in Katalonien lange Zeit in einer Opferrolle eingerichtet hat. Die Generalitat unter Illa scheint entschlossen, die Spirale aus Provokation und verständnisvollem Achselzucken zu durchbrechen.
Die Stadt wehrt sich
Die Folgen sind in der ganzen Innenstadt spürbar. Filialen großer Modeketten wie Zara haben ihre Schaufenster und Eingänge vorsorglich mit Schutzvorrichtungen versehen. Die Polizei forderte Touristen auf, den Platz unverzüglich zu verlassen, und riet der Bevölkerung, das Gebiet weiträumig zu meiden. Der Schaden für das Image der Stadt ist bereits jetzt immens – und trotzdem sollte man sich fragen, wem diese Form des Protests eigentlich nützt.
Wie die Nachrichtenagentur Europa Press berichtet, verfolgte Illa die Entwicklungen offenbar sehr genau und bezog umgehend Stellung. Seine Worte sind mehr als nur eine Pflichtübung eines Regierungschefs. Sie sind der Versuch, die Deutungshoheit über das zurückzugewinnen, was in Katalonien als legitimer Widerstand gilt – und was schlichtweg Straftat ist. Diese Botschaft ist nicht nur an die Randalierer gerichtet, sondern auch an eine Bevölkerung, die solcher Szenen überdrüssig ist.
Quelle: europapress.es