Drogenboote dominieren vor Cádiz

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Cádiz

Drogenboote dominieren vor Cádiz

von Redaktion2 Min. Lesezeit

Rekordverdächtige Zahlen an der Costa de la Luz

Die Schlagader des Drogenschmuggels in Südspanien verläuft weiterhin entlang der Küste der Provinz Cádiz. Wie aus einer Antwort der spanischen Regierung auf eine parlamentarische Anfrage der konservativen PP hervorgeht, registrierte die Guardia Civil allein in den ersten sechs Monaten dieses Jahres 817 sogenannte Narcolanchas vor den Küsten dieser Region. Zum Vergleich: In allen übrigen andalusischen Provinzen zusammen waren es lediglich 448 Sichtungen dieser hochmotorisierten Schnellboote.

Die Daten, die der Nachrichtenagentur Europa Press vorliegen, belegen eine bemerkenswerte Konzentration der Aktivitäten. Keine andere Region Spaniens verzeichnet auch nur annähernd so viele Vorfälle mit den meist selbstgebauten oder umgerüsteten Booten, die für den Transport von Haschisch und Kokain genutzt werden.

Ein steiler Anstieg seit 2023

Die Statistik zeigt einen dramatischen Wandel in den letzten Jahren. Wurden 2018 in der gesamten Region noch vergleichsweise wenige dieser Boote gesichtet – der Schwerpunkt lag damals mit 153 Fällen im Hafenviertel von Algeciras –, so begann der eigentliche Boom im Jahr 2023. Damals überstieg die Zahl der Sichtungen erstmals die Marke von 500 für ganz Andalusien. Interessant ist die geografische Verschiebung: Während 2023 noch Almería mit über 300 gesichteten Booten das Schlusslicht bildete, waren es in Cádiz nur 79.

Nur ein Jahr später, 2024, vollzog sich der Wandel mit voller Wucht. Die Gesamtzahl der in Andalusien gesichteten Drogenboote verdreifachte sich auf 1.556. Seither führt Cádiz die Statistik unangefochten an – mit über 700 Sichtungen im Jahr 2024, 1.593 im gesamten Jahr 2025 und nun erneut einer Dominanz im ersten Halbjahr 2026. Zum Vergleich: Die zweitplatzierte Provinz Huelva verzeichnete im Vorjahr gerade einmal 451 Sichtungen, Almería kam auf 282.

Strategische Lage als Faktor

Die Zahlen verdeutlichen, dass die geografische Nähe zur Straße von Gibraltar weiterhin der entscheidende Faktor für die Schmuggler ist. Die kurzen Distanzen zu den nordafrikanischen Häfen und die Möglichkeit, in den zahlreichen Flussmündungen und Buchten der Küste schnell zu verschwinden, machen die Region um den Golf von Cádiz extrem attraktiv für die organisierte Kriminalität. Die Behörden sehen sich mit einem regelrechten Wettrüsten auf dem Wasser konfrontiert, bei dem die Täter ihre Boote ständig weiterentwickeln und immer schneller machen. Der Außenposten der Guardia Civil in Algeciras bleibt dabei einer der meistbelasteten Stützpunkte im Kampf gegen den Drogenschmuggel in Europa.


Quelle: europapress.es

Mehr aus Cádiz & Andalusien & Spanien