
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Cádiz trotzt dem Herbst: Millionen-Übernachtungen im September
Das Ende der Sommersaison ist längst nicht mehr das Ende des Booms
Während andere Regionen nach dem Sommer in den tourismuspolitischen Winterschlaf fallen, präsentiert sich die Provinz Cádiz als Bollwerk der Betriebsamkeit. Mit über 1,07 Millionen Hotelübernachtungen allein im September hat die Region nicht nur die psychologisch wichtige Schallmauer durchbrochen, sondern auch ein deutliches Ausrufezeichen im Wettbewerb um die Gunst der Reisenden gesetzt. Wer glaubt, die Costa de la Luz wäre nur ein Phänomen der Hochsommermonate, der hat die Rechnung ohne die Widerstandsfähigkeit dieses sonnenverwöhnten Landstrichs gemacht.
Die nüchternen Zahlen des Instituto de Estadística y Cartografía de Andalucía (IECA), die nun vorliegen, lesen sich wie eine Kampfansage an alle Kritiker, die dem spanischen Süden eine einseitige Abhängigkeit vom Massentourismus vorwerfen. 336.480 Gäste fanden im September den Weg in die Hotels der Provinz – die überwältigende Mehrheit von ihnen, nämlich 232.633, kam aus dem eigenen Land. Das ist kein Zufall, sondern das Ergebnis einer klugen Strategie, die auf Qualität statt auf bloße Quantität setzt.
Chiclana als heimlicher Champion
Besonders bemerkenswert ist die Entwicklung an der Costa de la Luz, die mit 973.759 Übernachtungen ein beeindruckendes Ergebnis erzielte. Damit lässt die Region nur noch die Costa del Sol in Málaga hinter sich – ein Novum, das zeigt, dass die Aufholjagd der Provinz kein Strohfeuer ist. Das Zugpferd dieser Entwicklung hört auf den Namen Chiclana de la Frontera. Mit 396.353 Übernachtungen und einer beachtlichen durchschnittlichen Verweildauer von 4,6 Tagen avanciert die Stadt zum sechstbesten Tourismusziel ganz Andalusiens. Diese Zahlen sind beileibe kein Selbstläufer, sondern das Resultat einer konsequenten Positionierung als Ganzjahresdestination mit gehobenem Anspruch.
Die Konkurrenz aus Conil de la Frontera und der Provinzhauptstadt Cádiz selbst kann da nur bedingt mithalten. Conil bringt es auf 123.429 Übernachtungen, Cádiz auf 84.465, und selbst Jerez bleibt mit 58.820 Übernachtungen weit hinter den Erwartungen zurück, die man angesichts seines kulturellen Erbes eigentlich hegen dürfte. Die Diskrepanz zwischen den touristischen Schwergewichten der Provinz ist eklatant und wirft ein bezeichnendes Licht auf die nach wie vor ungleiche Entwicklung innerhalb der Region.
Spanien setzt auf die eigene Stärke
Dass die einheimischen Gäste das Rückgrat dieses Erfolgs bilden, ist ein weiteres Indiz für den Paradigmenwechsel im spanischen Tourismus. Die Abkehr von der reinen Internationalisierung hin zu einer Stärkung des Binnenmarkts zahlt sich aus – gerade in Zeiten globaler Verwerfungen. Während andere Destinationen noch um ausländische Besucher buhlen, hat Cádiz längst verstanden, dass die Zukunft auch im eigenen Land liegt. Die Portugiesen, Franzosen und Briten, die ebenfalls in den Hotels der Provinz logierten, sind das i-Tüpfelchen, aber nicht mehr die alleinige Existenzgrundlage.
Der Beweis liegt in der Statistik
Man kann über Tourismuszahlen streiten, ob sie nun den wahren Wohlstand einer Region abbilden oder nur die Spitze des Eisbergs darstellen. Doch wer angesichts dieser Bilanz immer noch behauptet, die Provinz Cádiz habe ihr Pulver bereits verschossen, der verkennt die Dynamik einer Region, die aus dem Schatten Málagas herausgetreten ist und den Kampf um die Spitzenplätze längst aufgenommen hat. Die Richtung stimmt – und der September hat es eindrucksvoll belegt.
Wie das Institut für Statistik und Kartographie Andalusiens (IECA) mitteilt, bleibt die Provinz damit das zweitwichtigste Reiseziel der Region – ein Status, den sie nicht zu verspielen gedenkt.
Quelle: europapress.es