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Sevilla stimmt über Finanzordnung ab
Abstimmung über die neuen Steuerregeln
Der Stadtrat von Sevilla kommt an diesem Montag zu einer außerordentlichen Sitzung zusammen, um über die neuen Steuerverordnungen für das Jahr 2027 abzustimmen. Wie die Nachrichtenagentur Europa Press berichtet, ist der Ausgang der Abstimmung ungewiss, da die Zustimmung der Vox-Fraktion im Stadtrat weiterhin in der Schwebe hängt.
Die Tagesordnung umfasst mehrere Punkte, darunter Anpassungen bei der Gebührenordnung für das Sozialzentrum Hogar Virgen de los Reyes sowie Änderungen an den Straßenverzeichnissen für die Wirtschaftssteuer. Zudem stehen Modifikationen der öffentlichen Preise für Sportdienstleistungen des städtischen Sportinstituts IMD zur Debatte.
Einzelabstimmung über Steuerarten
Im Kern geht es um fünf verschiedene Steuerarten: die Immobiliensteuer (IBI), die Wirtschaftssteuer (IAE), die Bau- und Installationssteuer (ICIO) sowie die Grundstückswertzuwachssteuer (Iivtnu). Die Abstimmung erfolgt getrennt für jeden Punkt, was der Vox-Fraktion strategischen Spielraum bietet.
Wie aus Kreisen der Partei verlautet, zeigt sich Vox grundsätzlich bereit, den Änderungen bei der Bau- und Wirtschaftssteuer zuzustimmen. Bei der Immobiliensteuer und der Grundstückswertzuwachssteuer deutet sich jedoch eine Ablehnung an. In der vergangenen Woche hatte die Stadtverwaltung unter Bürgermeister José Luis Sanz von der Volkspartei PP bereits fünf der insgesamt vierzehn Einwendungen von Vox in den Entwurf übernommen – etwas mehr als ein Drittel der Forderungen.
Zugeständnisse an die Opposition
Bei den berücksichtigten Vorschlägen handelt es sich unter anderem um Anpassungen bei den Voraussetzungen für Steuererleichterungen bei der Wirtschaftssteuer für neue Unternehmen. Zudem wurde eine neue Stufe für Beschäftigungsboni eingeführt. Auch bei der Immobiliensteuer und der Bau- und Installationssteuer wurden die vorgeschlagenen Erleichterungen für die Schaffung von Arbeitsplätzen ausgeweitet. Diese Änderungen wurden über sogenannte Transaktionsabstimmungen in den endgültigen Text aufgenommen.
Neben den Einwendungen von Vox fanden auch drei Vorschläge der Sozialisten (PSOE) und drei der linken Gruppierung Con Podemos-IU Berücksichtigung.
Beratendes Gremium unterstützt Steuersenkungen
Der Wirtschafts- und Sozialrat von Sevilla (CESS), ein beratendes Gremium, hat den Entwurf mehrheitlich befürwortet. Die Stadtverwaltung beziffert die kumulierte Steuerersparnis für die Bürger seit Beginn der Legislaturperiode auf zwölf Millionen Euro.
Das zentrale Element des Entwurfs sieht eine erneute Senkung der Immobiliensteuer um jeweils einen Prozentpunkt in allen Kategorien vor. Dies würde nach Berechnungen der Stadt eine Entlastung von rund 1,76 Millionen Euro für die Einwohner bedeuten. Der CESS begrüßte grundsätzlich alle Maßnahmen, die den Steuerdruck verringern, und verwies darauf, dass geringere Abgaben für Unternehmen Investitionen anziehen und die Beschäftigung fördern könnten.
Ausweitung der Sozialwohnungsförderung
Ein weiterer Kernpunkt ist die Verlängerung der Steuervergünstigung für Sozialwohnungen von bisher neun auf dreizehn Jahre. Angesichts der Wohnungsproblematik bewertete das Gremium diesen Schritt als sinnvoll. Auch die Förderung von Solaranlagen auf Gebäuden wurde positiv aufgenommen.
Beim Thema Beschäftigungsboni empfahl der Rat, eine zusätzliche Stufe für Unternehmen mit ein bis vier Neueinstellungen einzuführen, da das wirtschaftliche Gefüge Sevillas stark von Selbstständigen und Kleinstunternehmen geprägt sei. Die aktuelle Regelung sieht Staffelungen von zwanzig Prozent bei fünf bis neunzehn Arbeitsplätzen bis zu fünfundneunzig Prozent bei über zweihundert geschaffenen Stellen vor.
Erleichterungen beim Erben
Positiv äußerte sich das Gremium auch zu den geplanten Änderungen bei der Erbschaftssteuer für den Hauptwohnsitz. Die Vergünstigung soll von fünfzig auf sechzig Prozent angehoben werden. Bei der Vererbung von Geschäftsräumen zur Fortführung des Familienbetriebs steigt der Bonus von vierzig auf fünfzig Prozent; bei Immobilien, die wohltätigen Einrichtungen überlassen werden, sind bis zu fünfundneunzig Prozent vorgesehen. Diese Maßnahmen senken laut CESS die Kosten beim Erben des Eigenheims und erleichtern die Übergabe von Familienunternehmen, was den lokalen Arbeitsmarkt schütze.
Quelle: europapress.es