
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Polizei zieht Bilanz nach Blocus-Protest
Eskalation am Rande der Kundgebung
Die angekündigte Versammlung des als "Gen Z" bezeichneten Ablegers der Blocus-Bewegung in Palma hat am Freitagabend nicht nur eine erhöhte Polizeipräsenz ausgelöst, sondern auch zu einem direkten Zusammenstoß mit Vertretern der Wohnungsprotestbewegung geführt. Wie die Nationalpolizei auf Anfrage mitteilte, eskalierte die Lage im Bereich der Plaza de España, nachdem die eigentliche, über soziale Netzwerke verbreitete Versammlung geendet hatte. Dort kam es zu einem kurzen, aber heftigen Disput zwischen der Gruppe und Aktivisten, die seit Wochen für bezahlbaren Wohnraum campieren. Die Beamten intervenierten und verhinderten nach eigenen Angaben eine weitere Eskalation des Konflikts.
40 Anzeigen und neun abgeholte Jugendliche
Die Bilanz des Polizeieinsatzes ist umfangreich. Insgesamt wurden 40 Anzeigen wegen verschiedener Verstöße gefertigt. Allein 14 davon entfielen auf den Besitz von Waffen, fünf auf Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz. Weitere 21 Anzeigen resultieren aus dem Mitführen von ätzenden Substanzen, Alufolie sowie Sturmhauben. In der hitzigen Phase des Aufeinandertreffens warf zudem ein 13-jähriger Junge einen Stein in Richtung der Einsatzkräfte. Da der Jugendliche strafunmündig ist, wurde er nicht belangt. Insgesamt neun Minderjährige wurden in Gewahrsam genommen und später ihren Erziehungsberechtigten übergeben.
Weitere Mobilisierung angekündigt
Der Polizeieinsatz ist damit noch nicht beendet. Bereits für Samstagabend hat ein anonymes Instagram-Profil erneut zu einer Versammlung um 19:30 Uhr an gleicher Stelle aufgerufen. Die Behörden gehen von einer Fortsetzung der Protestdynamik aus. Die Angst vor erneuten Ausschreitungen spiegelt sich auch im Stadtbild wider: Zahlreiche Geschäfte im Zentrum, insbesondere in der Nähe der Plaza de España, haben ihre Schaufenster erneut mit Holzplatten vernagelt, so wie bereits am Freitag. Die Lage bleibt angespannt, während die Stadtverwaltung um Deeskalation bemüht ist.
Quelle: europapress.es