
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Mann soll Frau in Palma geködert haben
Anklage nach Vorfall in Privatwohnung
Am Dienstagvormittag beginnt vor der zweiten Strafkammer der Audiencia Provincial auf den Balearen der Prozess gegen einen Mann, dem schwere sexuelle Gewalt vorgeworfen wird. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten vor, im November 2019 einer Frau in seiner Wohnung in Palma heimlich eine Substanz verabreicht zu haben, um sie anschließend zu vergewaltigen. Für diesen Vorwurf fordert die Anklagebehörde eine Freiheitsstrafe von dreizehneinhalb Jahren sowie eine Entschädigungszahlung in Höhe von 100.000 Euro an das Opfer.
Laut Anklageschrift hatte die Frau die Wohnung des Mannes in der Absicht aufgesucht, dort Kokain zu kaufen. Ob es tatsächlich zu einem Drogengeschäft kam, ist nicht belegt. Der Mann habe ihr jedoch einen Joint angeboten und ihr anschließend ein Getränk gereicht – mit dem erklärten Ziel, sie wehrlos zu machen.
Beweise auf Speicherkarte
Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Flüssigkeit mit einer namentlich nicht genannten Substanz versetzt war, die bei der Frau einen Bewusstseinsverlust auslöste. In diesem Zustand soll der Angeklagte die Gelegenheit genutzt und die Frau missbraucht haben. Besonders belastend: Die Tat soll er gefilmt und das Videomaterial auf einer Speicherkarte archiviert haben. Diese Aufnahmen gelten als zentrales Beweismittel im Verfahren.
Das Gericht muss nun klären, ob die Vorwürfe haltbar sind und wie die Beweislage zu bewerten ist. Ein Urteil wird nach Abschluss der Beweisaufnahme in den kommenden Tagen erwartet. Solche Fälle von sogenannter K.-o.-Tropfen-Kriminalität stehen in Spanien immer wieder im Fokus der Justiz, da sie oft schwer nachzuweisen sind. Wie die Nachrichtenagentur Europa Press berichtet, ist die Anklage in diesem Fall jedoch durch die gesicherten Videoaufnahmen außergewöhnlich solide.
Quelle: europapress.es