Mallorca bekommt Echtzeit-Parkplatz-App

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Mallorca bekommt Echtzeit-Parkplatz-App

von Redaktion2 Min. Lesezeit

1,7 Millionen Euro für intelligentere Mobilität

Der Verkehrsinfarkt an Mallorcas Hotspots soll der Vergangenheit angehören. Der Inselrat (Consell de Mallorca) erhält Fördermittel in Höhe von einer Million Euro von der Europäischen Union und dem spanischen Ministerium für digitale Transformation. Das Geld fließt in ein Projekt, das Autofahrern künftig stressfreieres Parken ermöglichen soll.

Konkret geplant ist die Installation von 18 dynamischen Anzeigetafeln. Diese sollen entlang der Hauptverkehrsachsen an der Küste und an den Zufahrtsstraßen zum Tramuntana-Gebirge den aktuellen Belegungsstatus öffentlicher Parkplätze anzeigen. Flankiert wird das System von einer neu entwickelten Smartphone-App, die dieselben Informationen in Echtzeit liefert.

Weniger Suchverkehr, weniger Staus

Die Gesamtkosten des Vorhabens belaufen sich auf 1,7 Millionen Euro. Den Differenzbetrag zur EU-Förderung trägt die Inselverwaltung aus eigener Tasche. Das Ziel ist ambitioniert: Durch präzise Daten sollen unnötige Fahrten auf der Suche nach einem freien Stellplatz reduziert, der Verkehrsfluss optimiert und letztlich Kollaps-Situationen auf der Insel verhindert werden. Davon profitieren sowohl Einheimische als auch Urlauber, insbesondere in den stark frequentierten Zonen der Insel.

Das neue System ist als Ergänzung zum bestehenden Konzept der Pendlerparkplätze gedacht. Dieses sieht den Bau von 43 Park-and-Ride-Anlagen mit insgesamt über 7.100 Stellplätzen in der Nähe von ÖPNV-Knotenpunkten vor. Für dieses ambitionierte Vorhaben hat der Consell bereits Investitionen von rund 31 Millionen Euro freigegeben.

Ausgezeichnetes Projekt im Spanien-Vergleich

Erst im Oktober hatte sich der zuständige Inseldirektor für Mobilität, Rafel Oliver, in Madrid mit Vertretern der staatlichen Digitalisierungsagentur Red.es getroffen, um das weitere Vorgehen abzustimmen. Das Projekt läuft im Rahmen des Förderprogramms RedCyTI, das sich der Entwicklung smarter Städte und Regionen verschreibt. Finanziert wird es aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) für den Zeitraum 2021 bis 2027.

Die Auswahl war prestigeträchtig: Von zahlreichen Bewerbungen aus ganz Spanien wurden nur 52 Projekte berücksichtigt. Das Vorhaben des Consell de Mallorca ist das einzige, das auf die Balearen entfällt.

Lektionen aus dem Vorjahr

Der Handlungsbedarf ist offensichtlich. Vor allem in den Sommermonaten führt der hohe Besucherandrang in Kombination mit dem lokalen Verkehr immer wieder zu erheblichen Staus auf der landschaftlich reizvollen Ma-10 entlang der Serra de Tramuntana. In der Vergangenheit eskalierte die Lage so sehr, dass der berüchtigte Túnel de Sóller zeitweise gesperrt werden musste.

Bereits im vergangenen Jahr testete der Consell die Wirkung von temporären Anzeigetafeln im Gebirge, um die Besucherströme besser zu lenken. Die gesammelten Erfahrungen fließen nun in den Ausbau des dauerhaften Systems ein, das die Parkplatzsuche auf der Insel nachhaltig vereinfachen soll. Wie das spanische Nachrichtenportal Europa Press berichtet, wird das Projekt als wichtiger Baustein für die Verkehrswende auf Mallorca gesehen.


Quelle: europapress.es

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