Versteckte Abwassersysteme: Polizei zerschlägt Drogenring

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Palma de Mallorca

Versteckte Abwassersysteme: Polizei zerschlägt Drogenring

von Redaktion3 Min. Lesezeit

Schlag gegen den Drogenhandel im Viertel La Soledad

Die Nationalpolizei hat bei einer Operation im Stadtviertel La Soledad in Palma de Mallorca einen Schlag gegen den örtlichen Drogenhandel geführt. Wie die Behörden mitteilten, wurden bei dem Einsatz am vergangenen Mittwoch vier Personen festgenommen – drei Männer und eine Frau. Die Ermittler stellten zudem vier besonders aktive Verkaufspunkte für Betäubungsmittel still.

Sicherheitsvorkehrungen und ausgeklügelte Entsorgung

Den Beamten zufolge hatten die Betreiber der Verkaufsstellen umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen ergriffen. Die Zugänge zu mehreren Gebäuden waren demnach mit massiven Stahltüren und zusätzlichen Riegeln gesichert. Spezialeinheiten der Bereitschaftspolizei und des technischen Interventionskommandos (GOIT) überwanden diese Hindernisse nach Angaben der Ermittler nur mit Mühe.

Ein besonderes Augenmerk legten die Ermittler auf die Entsorgung der Drogen. In zwei der Gebäude beobachteten die Beamten, wie Männer offenbar Rauschgift in speziell angelegte Abflussrohre warfen. Diese führten, wie sich bei der Durchsuchung herausstellte, in eine gemeinsame Zisterne mit mehreren hundert Litern Wasser. Über ein Ventilsystem konnten die Verdächtigen die Substanzen auf diese Weise schnell und unauffällig beseitigen. Auch in einem weiteren durchsuchten Wohnhaus wurde ein solcher Anschluss entdeckt – offenbar sollte das Objekt bald als weiterer Drogenumschlagplatz dienen. Bei einem der Festgenommenen fanden die Beamten zudem einen Bunsenbrenner und Brandbeschleuniger, mit denen er vermutlich Beweise vernichten wollte.

Videokameras zur Früherkennung von Polizeieinsätzen

Zur Überwachung der Umgebung hatten die Beschuldigten in mehreren Häusern Videokameras installiert, deren Bilder auf Monitoren im Inneren zu sehen waren. Auf diese Weise wollten sie das Herannahen von Polizeistreifen frühzeitig erkennen. Bei den Durchsuchungen beschlagnahmten die Einsatzkräfte Kokain, Haschisch, Bargeld, Feinwaagen und diverses Verkaufszubehör.

Fund in der Zisterne

Die Ermittler orteten die gemeinsame Zisterne und ließen sie durch Spezialkräfte öffnen. Dabei förderten sie nach Polizeiangaben rund 200 Gramm Kokain sowie etwa 100 Gramm einer noch zu analysierenden Substanz zutage. Sichergestellt wurden außerdem Bargeld und weiteres Verkaufszubehör.

Die drei Männer wurden wegen des Verdachts des Drogenhandels festgenommen. Ein Richter ordnete an, die drei Verkaufsstellen zu versiegeln, da sie nicht als Wohnraum, sondern ausschließlich für den Drogenhandel genutzt wurden. Für einen der Festgenommenen, der Substanzen in den Abfluss geworfen hatte, wurde Untersuchungshaft angeordnet.

Weitere Festnahmen am selben Tag

Im Zuge der Ermittlungen wurden zudem ein Mann und eine Frau identifiziert, die als sogenannte „Aguadores“ – also als Späher – fungiert haben sollen. Ihre Aufgabe bestand offenbar darin, die Umgebung der Verkaufsstellen im Auge zu behalten und die Dealer vor Polizeianwesenheit zu warnen. Da sie bei der Durchsuchung nicht angetroffen wurden, erließ die Polizei Haftbefehle. Noch am Abend des Einsatztages konnten Beamte der Provinzbrigade für Bürgersicherheit die beiden Gesuchten aufspüren und festnehmen.

Appell an die Bevölkerung

Die Nationalpolizei wies in diesem Zusammenhang erneut auf die Möglichkeit hin, Hinweise zum Drogenhandel anonym zu melden. Dies sei über die E-Mail-Adresse antidroga@policia.es, über die offizielle Website der Polizei oder die Rufnummer 091 möglich. Auch die Beauftragten für Bürgerbeteiligung der Polizei stünden für Hinweise zur Verfügung.

Wie die Nachrichtenagentur Europa Press berichtet, war die Operation Teil eines längerfristigen Ermittlungsverfahrens, das auf Beschwerden aus der Nachbarschaft zurückgeht.


Quelle: europapress.es

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