Festnahme nach Aufruf zu Krawallen in Bilbao

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Bilbao

Festnahme nach Aufruf zu Krawallen in Bilbao

von Redaktion2 Min. Lesezeit

Eskalation am Samstag verhindert?

Die spanische Polizei hat offenbar rechtzeitig durchgegriffen. Wie das Innenministerium mitteilte, wurde in Bilbao ein 20-jähriger Mann festgenommen. Ihm wird vorgeworfen, über soziale Netzwerke zu schweren Störungen der öffentlichen Ordnung aufgerufen zu haben.

Der junge Mann soll hinter der Instagram-Seite „Blocus Bilbao“ stecken und zudem einen Telegram-Kanal verwaltet haben. Über diese Kanäle wurde angeblich zu einer Demonstration am kommenden Samstag, den 31. Oktober, aufgerufen, die mit dem Halloween-Abend zusammenfiel. Die Behörden gehen davon aus, dass die Mobilisierung gezielt auf gewaltsame Aktionen ausgerichtet war.

Konkrete Aufrufe zur Gewalt

Den Ermittlungen zufolge wurden in dem Kanal nicht nur allgemeine Aufrufe zu Zwischenfällen im Stadtzentrum von Bilbao verbreitet. Die Botschaften waren weitaus konkreter. So sollen gezielt Geschäfte als mögliche Angriffsziele ausgewählt worden sein. Die Auswahl sei dabei nach der Bedeutung der Läden und der Qualität ihrer Produkte erfolgt – ein Detail, das auf eine geplante und organisierte Vorgehensweise hindeutet.

Besonders brisant ist der Inhalt der geteilten Dokumente. Die Polizei berichtet, dass in dem Kanal Anleitungen zur Herstellung von Sprengsätzen verbreitet wurden. Diese Anleitungen sollen teilweise von Seiten stammen, die mit arabischen Terrorgruppen in Verbindung gebracht werden. Auch Baupläne für Molotow-Cocktails wurden den Angaben zufolge geteilt. Die Nutzer wurden zudem ausdrücklich aufgefordert, diese Inhalte weiterzuverbreiten, um noch mehr Teilnehmer für die geplanten Aktionen zu gewinnen.

Ermittlungen der Informationsabteilung

Die Festnahme gelang Beamten der Provinzialen Informationsbrigade. Sie hatten die Aktivitäten in den sozialen Netzwerken überwacht und konnten den mutmaßlichen Administrator der Konten identifizieren. Der 20-Jährige wurde daraufhin festgenommen.

Die Vorwürfe wiegen schwer: Verschwörung zur Begehung von Störungen der öffentlichen Ordnung, Verschwörung zur Begehung von Straftaten gegen das Eigentum sowie Mitgliedschaft in einer organisierten Gruppe. Die Ermittlungen zu möglichen weiteren Beteiligten dauern an. Die Polizei wollte sich auf Nachfrage nicht dazu äußern, ob mit weiteren Festnahmen zu rechnen ist. Der Vorfall zeigt, wie schnell sich radikale Bewegungen über digitale Kanäle organisieren und welche Gefahr von solchen Aufrufen ausgehen kann.


Quelle: europapress.es

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