
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Zahl der Gewaltopfer in Valencia verdoppelt
Der Bedarf an spezialisierten Hilfsangeboten für Betroffene sexualisierter Gewalt in der Region Valencia wächst deutlich. Wie die Nachrichtenagentur Europa Press unter Berufung auf die Regionalregierung meldet, haben die drei 24-Stunden-Krisenzentren der Generalitat im ersten Halbjahr 2026 insgesamt 211 Frauen betreut. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es 115. Damit hat sich die Zahl der Hilfesuchenden nahezu verdoppelt.
Fast eine Verdopplung der Betreuungszahlen
Die regional aufgeschlüsselten Zahlen zeigen ein deutliches Ungleichgewicht: In Valencia suchten 124 Frauen Unterstützung, in Alicante waren es 52 und in Castelló de la Plana 35. Die Erste Vizepräsidentin und Ministerin für Wohnen, Beschäftigung, Jugend und Gleichstellung, Susana Camarero, wertete die Entwicklung als Beleg für die Notwendigkeit und den Nutzen des öffentlichen Hilfsnetzes. „Hinter jeder Zahl steht eine Frau, die in einem der schwierigsten Momente ihres Lebens Gehör, Unterstützung und professionelle Begleitung gefunden hat“, sagte Camarero.
Die Krisenzentren waren Anfang 2025 schrittweise eröffnet worden. Ein interdisziplinäres Team aus 21 Fachkräften bietet psychologische, juristische und soziale Hilfe – persönlich, telefonisch und online. In den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres wurden zudem 273 Beratungsanfragen von Betroffenen sowie von Angehörigen und engen Vertrauten dokumentiert.
Keine Anzeige als Voraussetzung
Nach Angaben der Generalitat können Betroffene die Angebote nutzen, ohne zuvor Anzeige erstatten zu müssen. Camarero betonte, diese Möglichkeit sei eine Garantie, die weiter gestärkt werden müsse. „Unsere Verpflichtung ist es, eine spezialisierte, nahe und rund um die Uhr verfügbare Betreuung zu gewährleisten.“ Zugleich sollen die Zentren Frauen begleiten, wenn sie sich für eine Anzeige entscheiden.
Täter stammen überwiegend aus dem Umfeld
Die von der Regionalregierung veröffentlichten Angaben zum Täterprofil basieren auf den dokumentierten Fällen. Demnach wurde die Gewalt in 88,69 Prozent der Fälle von einem einzelnen Mann ausgeübt, in 8,14 Prozent handelte es sich um eine Gruppe. In 3,17 Prozent der Fälle machte das Opfer keine Angaben oder die Täterschaft blieb unklar.
In der Mehrzahl der Fälle waren Täter und Opfer einander bekannt. Am häufigsten handelte es sich um nichtfamiliale Bezugspersonen, gefolgt von Partnern, Ex-Partnern und Familienangehörigen. Die große Mehrheit der Betroffenen erlebte die Gewalt in Spanien. Unter den Hilfesuchenden waren 24 Minderjährige; 16 Frauen gaben an, wegen einer Behinderung zusätzliche Belastungen oder erhöhte Verletzlichkeit aufzuweisen.
Die Zentren befinden sich in Alicante, Castelló de la Plana und Valencia. Sie sind öffentlich, kostenlos und ausschließlich für Betroffene sexualisierter Gewalt vorgesehen. Auch Angehörige und Personen aus dem engeren Umfeld können Informationen und Unterstützung erhalten. Bei Bedarf vermitteln die Teams zu Polizei, Gesundheitswesen, Justiz und Sozialdiensten. Das spezialisierte Telefon ist unter 900 22 00 22 erreichbar.
Quelle: Europa Press
Quelle: europapress.es