
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Generalstreik gegen Wohnungsnot angekündigt
Eskalation im Arbeitskampf
Die Gewerkschaften CCOO und UGT haben für die kommenden Wochen einen 24-stündigen Generalstreik angekündigt. Die Entscheidung fiel am Montagabend in einer gemeinsamen Sitzung der beiden Dachverbände. Damit reagieren die Arbeitnehmervertretungen auf eine Reihe sozialpolitischer Verwerfungen, die sie vor allem auf dem Wohnungsmarkt und bei der Lohnentwicklung ausmachen.
Kernforderungen der Gewerkschaften
Nuria López, Generalsekretärin von CCOO Andalusien, begründete den Schritt in einer Stellungnahme mit der anhaltenden Kaufkraft-Erosion weiter Teile der Bevölkerung. Sie verwies auf eine Kombination aus vergleichsweise niedrigen Gehältern, einer spürbaren Teuerung bei Grundnahrungsmitteln und einem als „unverschämt“ bezeichneten Anstieg der Wohnkosten. Diese Entwicklung treffe insbesondere junge Menschen und Haushalte mit geringem Einkommen.
Der Gewerkschaftsbund fordert daher ein Bündel an Maßnahmen: deutliche Lohnerhöhungen, ein Einfrieren der Preise für Güter des täglichen Bedarfs sowie ein staatliches Eingreifen in den Wohnungsmarkt. Das Ziel sei, jungen Menschen den Zugang zu angemessenem Wohnraum zu ermöglichen und zu verhindern, dass Familien nach Abzug der Hypothekenzahlungen in die Armut abrutschen, so López weiter.
Streik als letztes Mittel
Die Gewerkschaftsführung sieht den Streik als notwendige Antwort auf eine politische Blockade. Erst am vergangenen Freitag war im spanischen Abgeordnetenhaus ein Gesetzespaket zur Wohnungspolitik gescheitert. Diese Ablehnung habe die Gewerkschaften dazu bewogen, ihre bisherigen Forderungen aus dem rein arbeitsrechtlichen Kontext herauszulösen und mit den Protestbewegungen im sozialen Bereich zu verknüpfen. Man wolle nun gemeinsam mit Mieterinitiativen und Nachbarschaftsverbänden auftreten.
Breite Unterstützung erwartet
Der Generalsekretär von CCOO Sevilla, Carlos Aristu, zeigte sich zuversichtlich, dass der Streik auf breite Resonanz stoßen werde. Die Bevölkerung habe erkannt, dass das Recht auf Wohnen nicht länger von Großvermieter, Rendite-Investoren oder Finanzfonds dominiert werden dürfe. Die Menschen seien zudem nicht länger bereit, eine ungerechte Verteilung des von ihnen erwirtschafteten Reichtums hinzunehmen. Die Ankündigung des Streiks muss nun noch von den obersten Gremien der beiden Gewerkschaftsbünde formal bestätigt werden.
Wie Europa Press berichtet, fiel die Entscheidung zu dem Arbeitskampf in Sevilla, wo am Montag auch die zentralen Weichen für das weitere Vorgehen gestellt wurden.
Quelle: europapress.es