
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Richterin fordert Pradas-Protokoll aus dem Kongress an
Neue Beweismittel im Flutverfahren
Die Juristin, die den Umgang mit der verheerenden Flutkatastrophe Ende Oktober untersucht, erweitert die Aktenlage. Wie aus einem aktuellen Beschluss hervorgeht, wird die offizielle Niederschrift einer parlamentarischen Befragung angefordert, die Ende September in Madrid stattfand. Konkret geht es um die Aussage der früheren Regionalministerin für Justiz und Inneres, Salomé Pradas.
Pradas gilt in dem Verfahren als Beschuldigte. Sie hatte in der Sitzung der Untersuchungskommission des Abgeordnetenhauses zunächst angekündigt, von ihrem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch zu machen. Im Verlauf der Befragung lieferte sie dann jedoch doch Ausführungen und verteidigte ihr Handeln. Dabei betonte sie mehrfach, ihre Darstellung sei stets konsistent gewesen und sie wolle die Wahrheit für die Opfer ans Licht bringen.
Kritische Aussagen zur Warnkette
Besondere Brisanz besitzt ihre Schilderung der Abläufe rund um die Mobilfunkwarnung. Pradas verwies auf Aufnahmen und Nachrichten, die sie dem Gericht bereits übergeben habe. Dazu gehört auch ein Audio, das sie an José Manuel Cuenca schickte, den früheren Büroleiter des Regionalpräsidenten Carlos Mazón. Aufgenommen haben soll sie es zur selben Zeit, als die erste Es-Alert-Nachricht um 20:11 Uhr verschickt wurde. Cuenca hatte Pradas nach bisherigen Erkenntnissen gedrängt, keine Ausgangssperren anzuordnen.
Gegenüber einem Abgeordneten der linken Formation Sumar erklärte sie zudem, sie habe Videoaufzeichnungen, die den Entscheidungsprozess am Unglückstag dokumentieren. Ein Techniker habe ihr bestätigt, dass ihr handschriftliches Papier mit den Details zu den zwei versendeten Warnhinweisen gegen 19:45 Uhr vorgelegen habe.
Zusätzliche Dokumente aus den Gemeinden
Der neue Beschluss sieht vor, auch das Protokoll der Kongressbefragung den Verfahrensbeteiligten zur Verfügung zu stellen. Darüber hinaus ordnete die Richterin an, dass Rafael Arnal, der Ortsteilbürgermeister von La Torre in Valencia, den Wortlaut seines Gemeindebekanntmachung einreichen muss. Das Schriftstück wurde nach dem Erhalt der höchsten Warnstufe veröffentlicht; gefordert ist auch der genaue Zeitpunkt der Ausgabe.
Die Ermittler integrieren zudem die Nachrichten, die der Gemeindekanal InfoSedaví am Tag der Katastrophe verbreitete. Der Bürgermeister von Sedaví, Josep Francesc Cabanes, hatte die Unterlagen bereits übergeben. Nach seiner Zustimmung sollen auch seine Telefonverbindungen während des Notfallzeitraums in die Ermittlungen einfließen. Wie die Zeitung Europa Press berichtet, geht es darum, die Kommunikationswege und Entscheidungsabläufe in der kritischen Phase lückenlos zu rekonstruieren.
Quelle: europapress.es