Spaniens Immobilienmarkt: Kaufzahlen sinken, Preise steigen

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Valencia

Spaniens Immobilienmarkt: Kaufzahlen sinken, Preise steigen

von Redaktion2 Min. Lesezeit

Der spanische Immobilienmarkt zeigt weiterhin ein gespaltenes Bild: Während die Zahl der Transaktionen deutlich nachgibt, erreichen die Preise neue Höchststände. Wie aus den aktuellen Daten des Notariats hervorgeht, wurden im August landesweit 34.599 Wohnungen verkauft – ein Rückgang von 9,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Damit setzt sich der Abwärtstrend bereits seit acht Monaten ununterbrochen fort.

Besonders stark fiel der Einbruch in der Valencianischen Gemeinschaft aus. Dort sanken die Verkaufszahlen im August um 14 Prozent, womit die Region deutlich schlechter abschnitt als der nationale Durchschnitt. Nur in Navarra (minus 18,8 Prozent) und auf den Balearen (minus 17,8 Prozent) waren die Rückgänge noch ausgeprägter.

Preise steigen trotz sinkender Nachfrage

Während die Käufer zunehmend Zurückhaltung zeigen, kennen die Preise kaum eine Richtung als nach oben. Der durchschnittliche Quadratmeterpreis kletterte im August um 12,8 Prozent auf 1.959 Euro – der 13. Monat in Folge mit positiver Jahresrate. In der Valencianischen Gemeinschaft fiel der Anstieg mit 18,2 Prozent sogar noch deutlicher aus. Spitzenreiter beim Preiswachstum waren jedoch Asturien und Kantabrien mit jeweils 23,6 Prozent, gefolgt von Murcia mit 20,6 Prozent.

Auffällig ist die Preisdifferenz zwischen den Wohnungstypen: Während Eigentumswohnungen im Schnitt 2.361 Euro pro Quadratmeter kosten – ein Plus von 17,6 Prozent –, lag der Preis für Einfamilienhäuser mit 1.408 Euro deutlich darunter. Hier betrug das Wachstum 6,5 Prozent.

Nur zwei Regionen mit Preisrückgang

Die Preisrallye erfasste fast das gesamte Land: In 15 der 17 Autonomen Gemeinschaften zogen die Preise an. Einzige Ausnahmen waren Navarra mit einem Rückgang von 7 Prozent und die Balearen mit minus 4,9 Prozent.

Ein weiterer Trend zeichnet sich bei der Wohnfläche ab: Die durchschnittliche Größe der verkauften Immobilien schrumpfte um 3,3 Prozent. Besonders betroffen sind Wohnungen, deren Schnittfläche um 6,6 Prozent abnahm – der vierte Monat in Folge mit einem Rückgang von über 5 Prozent. In Asturien war der Rückgang mit 9,8 Prozent am deutlichsten, gefolgt vom Baskenland (minus 8 Prozent) und Murcia (minus 7,7 Prozent). Der Trend zu kleineren Wohnungen dürfte eine direkte Folge der hohen Preise sein, die viele Käufer zu Kompromissen bei der Fläche zwingt.

Kreditvergabe wird restriktiver

Auch die Finanzierungsseite schwächelt: Die Zahl der neu abgeschlossenen Hypothekarkredite für Immobilienkäufe sank um 5,6 Prozent auf 19.875. Allerdings stieg die durchschnittliche Kreditsumme leicht um 1,3 Prozent auf 164.978 Euro. Rund 57 Prozent aller Käufe wurden über ein Darlehen finanziert, wobei die Banken im Schnitt 73,2 Prozent des Kaufpreises abdeckten.

Die Entwicklung der Kreditvergabe variiert stark zwischen den Regionen: Während Kantabrien mit minus 19,9 Prozent den größten Rückgang verzeichnete, konnten Murcia (plus 5 Prozent), die Kanarischen Inseln (plus 2,4 Prozent) und das Baskenland (plus 1,3 Prozent) sogar Zuwächse verbuchen.

Die aktuellen Zahlen des Centro de Información Estadística del Notariado basieren auf vorläufigen Daten für die letzten drei Monate und könnten sich nach vollständiger Erfassung noch leicht korrigieren.


Quelle: europapress.es

Mehr aus Valencia & Spanien