Razzia in Móstoles: 16 Festnahmen

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Mostoles

Razzia in Móstoles: 16 Festnahmen

von Redaktion2 Min. Lesezeit

Ausbeutung im Chalet-Bordell

Die spanische Nationalpolizei hat in Móstoles (Autonome Gemeinschaft Madrid) ein kriminelles Netzwerk zerschlagen, das Frauen sexuell ausgebeutet haben soll. Wie die Behörde am Donnerstag mitteilte, wurden 16 Personen festgenommen. Der Organisation wird vorgeworfen, in einem als Chalet getarnten Bordell Frauen unter ausbeuterischen Bedingungen zur Prostitution gezwungen zu haben.

Vier Frauen als Köpfe der Organisation

Nach den Ermittlungen wurde das Netzwerk von vier Frauen derselben Familie angeführt. Sie sollen das gesamte operative Geschäft kontrolliert haben – von der Einsatzplanung der Frauen über die Einstellung von Aufseherinnen bis hin zur Organisation von Fahrern und Sicherheitspersonal. Die Führungsriege entschied demnach auch, welche Frau an welchem Ort arbeiten musste. Um die Zustimmung der Opfer zu erhalten, griffen die Verdächtigen laut Polizei zu Täuschungen.

Zur Überwachung der Frauen im Bordell setzten die Anführerinnen eine Vertrauensperson sowie drei Prostituierte ein, die den Betrieb überwachten. Diese sollen auf Anweisung der Frauen auch Drogen an Kunden und abhängige Opfer verkauft haben.

Weitere Beteiligte und Finanzstruktur

Zwei Männer waren für die Sicherheit, die Überwachungskameras, die Werbung für die Frauen und die Kundenkommunikation verantwortlich. Die Bezahlung erfolgte bar oder über eine Zahlungsplattform. Um die Einnahmen zu verschleiern, sollen fünf Strohmänner eingesetzt worden sein, damit die Gewinne nicht den vier Anführerinnen zugeordnet werden konnten.

Die Organisation umfasste nach Angaben der Polizei mindestens 16 Mitglieder in Spanien. Drei weitere Männer – Lebenspartner von drei der mutmaßlichen Drahtzieherinnen – transportierten die Frauen zu Kunden, die Sex außer Haus verlangten.

Alltag der Opfer: Zwang, Drogen, unwürdige Unterkünfte

Die Ermittler gehen davon aus, dass in dem Chalet zeitweise bis zu 20 Frauen unter permanenter Kontrolle lebten. Die Opfer wurden gezwungen, in überfüllten Räumen im Keller zu schlafen. Die Unterkunft sei bewusst so gestaltet gewesen, dass sie den Profit maximierte – menschenunwürdige Zustände wurden in Kauf genommen.

Die Frauen mussten strenge Regeln befolgen: Sie durften keine Kunden ablehnen, standen rund um die Uhr zur Verfügung und mussten wöchentlich 20 Euro für die Reinigung zahlen – zusätzlich zu weiteren, mündlich auferlegten Kosten. Wie die Polizei weiter mitteilte, wurden den Opfern zusätzliche und erniedrigende sexuelle Praktiken abverlangt. Das Licht in den Zimmern musste stets brennen, und die Frauen wurden angehalten, Drogen zu konsumieren oder an Kunden zu verkaufen, um die Einnahmen zu steigern.

Ermittlungserfolg und beschlagnahmte Beweise

Die Polizei konnte eine Frau befreien. Bei der Durchsuchung des Anwesens wurden vier Mobiltelefone, mehr als 800 Euro Bargeld sowie Drogen (Kokain und Crystal Meth) sichergestellt. Die 16 Festgenommenen wurden den Behörden vorgeführt. Die Ermittlungen laufen wegen des Verdachts auf Bildung einer kriminellen Vereinigung, Straftaten im Zusammenhang mit Prostitution, Verstoß gegen das Gesundheitsgesetz und Geldwäsche.

Wie die Polizei in ihrem Communiqué betonte, nutzte die Bande die extreme Verletzlichkeit und Notlage der Frauen aus, um sie sexuell auszubeuten. Die Frauen hätten ihre Tätigkeiten gegen ihren Willen ausgeführt.


Quelle: europapress.es

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