Madrid senkt Grunderwerbssteuern für junge Käufer

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

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Madrid senkt Grunderwerbssteuern für junge Käufer

von Redaktion2 Min. Lesezeit

Entlastungspaket für unter 40-Jährige

Die Regionalregierung von Madrid hat ein neues Maßnahmenpaket zur Entlastung junger Immobilienkäufer vorgestellt. Wie die Präsidentin der Autonomen Gemeinschaft, Isabel Díaz Ayuso, bei einer Veranstaltung in der Hauptstadt mitteilte, sollen die Steuern für den Erwerb von Wohnraum deutlich gesenkt werden. Das Paket umfasst zwei zentrale Änderungen, die insbesondere Käufer unter 40 Jahren begünstigen sollen.

Neuer Steuersatz für Bestandsimmobilien

Die erste Anpassung betrifft die Grunderwerbssteuer (TPO) für gebrauchte Wohnungen, die als Hauptwohnsitz dienen. Der Steuersatz soll von derzeit sechs Prozent auf vier Prozent reduziert werden. Diese Senkung gilt für Kaufpreise bis zu einer Grenze von 450.000 Euro. Nach Berechnungen der Regionalverwaltung würde dies für die Käufer eine Reduzierung der Abgabenlast um ein Drittel bedeuten. Rund 40.000 junge Menschen sollen von dieser Regelung profitieren, was einer geschätzten Ersparnis von insgesamt 114 Millionen Euro entspricht – durchschnittlich fast 3.000 Euro pro Käufer.

Ein konkretes Rechenbeispiel der Behörde verdeutlicht die Dimension: Eine Familie, die eine Immobilie für 300.000 Euro erwirbt, würde in Madrid künftig 12.000 Euro an Grunderwerbssteuer zahlen. In anderen Regionen wie Katalonien läge die Belastung laut den Angaben bei 30.000 Euro.

Reduzierung bei Neubauten

Die zweite Maßnahme zielt auf den Erwerb neu gebauter Immobilien ab. Hier soll der Steuersatz für Beurkundungskosten (AJD) von 0,75 Prozent auf 0,4 Prozent gesenkt werden. Für diese Maßnahme veranschlagt die Regierung ein jährliches Entlastungsvolumen von etwa 2,1 Millionen Euro, von dem schätzungsweise 4.200 junge Madrider profitieren könnten.

Politischer Kontext und Umsetzung

Die Ankündigung erfolgte vor dem Hintergrund landesweiter Proteste für bezahlbaren Wohnraum und gegen Zwangsräumungen. Die regionale Opposition sowie zivilgesellschaftliche Gruppen fordern seit Monaten ein stärkeres staatliches Eingreifen in den Wohnungsmarkt, um die stark gestiegenen Miet- und Kaufpreise einzudämmen. Die Präsidentin Madrids grenzte ihren Ansatz jedoch klar von der Bundespolitik ab: „Diese Maßnahmen sind Teil liberaler und offener Politik – das Gegenteil dessen, was die Regierung in La Moncloa vorantreibt“, erklärte Ayuso. Sie betonte, dass das Jungsein in Spanien „eine große Chance“ darstelle – und in der Region Madrid „umso mehr“.

Die neuen Steuerregelungen sollen im Haushaltsentwurf für das Jahr 2027 verankert werden, dessen Vorlage das regionale Kabinett für diesen Monat geplant hat. Mit den Senkungen gleicht Madrid die Konditionen an jene an, die bereits für kinderreiche Familien gelten. Wie die Nachrichtenagentur Europa Press berichtet, ist der Beschluss Teil einer Serie von Ankündigungen der Regionalregierung im Vorfeld der kommenden Haushaltsberatungen.


Quelle: europapress.es

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