Madrids größter Stadtteil nimmt erste Hürde

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

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Madrids größter Stadtteil nimmt erste Hürde

von Redaktion2 Min. Lesezeit

Milliardenprojekt gegen die Wohnungsnot: Madrid stemmt sich gegen den Trend

Während in weiten Teilen Europas das Wohnen zur sozialen Frage geworden ist, schreitet die spanische Hauptstadt scheinbar unbeirrt zur Tat. Die Madrider Stadtverwaltung erteilt an diesem Montag die nächste Baugenehmigung für das Prestigeprojekt Valdecarros. Konkret geht es um die ersten 13.371 Wohneinheiten, die im Südosten der Metropole entstehen sollen. Damit fällt eine der letzten bürokratischen Hürden, bevor die Bagger für den ersten Bauabschnitt anrollen können. Wie die Nachrichtenagentur Europa Press berichtet, ermöglicht die sogenannte Genehmigung zur simultanen Ausführung von Erschließung und Hochbau den Projektentwicklern, nach Erhalt der Einzellizenzen unmittelbar mit dem Bau zu beginnen.

Wohnen für 150.000 Menschen: Mehr als nur ein Bauprojekt

Die Dimensionen dieses Vorhabens sind gewaltig. Valdecarros ist das Flaggschiff unter den berüchtigten "Desarrollos del Sureste", den Entwicklungsgebieten im Madrider Osten. Auf einer Fläche von 19 Quadratkilometern – das entspricht in etwa der halben Stadtfläche Sevillas – entsteht hier ein ganzer Stadtteil für geschätzte 150.000 Einwohner. Geplant sind insgesamt 51.000 Wohnungen, wobei der Anteil des geförderten Wohnungsbaus bei beachtlichen 55 Prozent liegt. Das ist ein massiver Hebel, um dem Preisdruck auf dem freien Markt etwas entgegenzusetzen. Skeptiker, die behaupten, in Madrid werde nur für Gutverdiener gebaut, sehen sich mit diesen Zahlen widerlegt.

Grüne Lunge als Gegenentwurf zur Betonwüste

Das Konzept liest sich wie eine Antwort auf die Kritik an monofunktionalen Schlafstädten der Vergangenheit. Fast 40 Prozent des Areals sind als Grünflächen deklariert, auf denen über 110.000 Bäume gepflanzt werden sollen. Kein Bewohner soll künftig mehr als 200 Meter bis zum nächsten Park laufen müssen. Dazu kommen 127 Kilometer Rad- und Fußwege. Das ist der Versuch, urbane Dichte mit Lebensqualität zu verbinden – ein Spagat, der in der Vergangenheit oft misslang. Die Stadtverwaltung setzt damit ein klares Zeichen gegen die oft kritisierte Zersiedelung und für eine nachhaltige Stadtplanung.

Ein Signal für den gesamten Südosten Madrids

Der Beschluss ist kein isoliertes Ereignis, sondern Teil einer größeren Strategie. Zusammen mit den angrenzenden Entwicklungsgebieten Los Cerros, Los Ahijones und Los Berrocales verfügt Madrid nun über Baurechte für insgesamt 31.525 Wohnungen. Während die Planung in Valdecarros noch am Anfang steht, laufen die Bauarbeiten in den Nachbarbezirken bereits auf Hochtouren. Über 5.200 Wohnungen sind dort im Bau, einige Dutzend sogar schon fertiggestellt. Madrid zeigt damit, dass es die Wohnungsfrage nicht nur in Sonntagsreden thematisiert, sondern mit konkreten Zahlen liefert – ein Kontrast zu vielen anderen europäischen Metropolen, die noch über die Sinnhaftigkeit von Neubaugebieten philosophieren.


Quelle: europapress.es

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