Puerto Banús sucht milliardenschweren Partner

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Marbella

Puerto Banús sucht milliardenschweren Partner

von Redaktion2 Min. Lesezeit

Ein Verkauf, der keiner ist

Es klingt nach einer Zäsur, ist aber in Wahrheit ein Wachstumsplan: Puerto Banús, die wohl berühmteste Jachtmarina der spanischen Mittelmeerküste, steht vor einem Eigentümerwechsel. Die Gesellschaft Puerto José Banús, SA, die den Hafen seit über 40 Jahren kontrolliert, verhandelt über den Einstieg eines strategischen Investors. Wer jetzt jedoch einen Rückzug der Familie Vidiella erwartet, liegt falsch. Es geht nicht um Abschied, sondern um Expansion – mit fremdem Geld.

Die Rechnung hinter dem Deal

Die Zahlen, die den Verkaufsprozess begleiten, sind beachtlich. Rund 150 Millionen Euro soll der Einstieg kosten, wie unter anderem das spanische Wirtschaftsblatt El Confidencial berichtet – inklusive erfolgsabhängiger Nachzahlungen, im Fachjargon „Earn-out" genannt. Als Käufer gehandelt wird der britische Fonds Intermediate Capital Group. Bei Puerto Banús selbst gibt man sich bedeckt: Die Verhandlungen seien fortgeschritten, aber noch nicht abgeschlossen. Offiziell bestätigt ist nur, dass die Investmentbank EY seit April als Berater an dem Verkauf arbeitet.

Das Geschäftsmodell ist solide: 915 Liegeplätze, 42 Luxusgeschäfte mit einem Jahresumsatz von über 300 Millionen Euro und eine Konzession, die noch bis 2066 läuft. Die Marina selbst setzt jährlich rund 20 Millionen Euro um, der Gewinn vor Zinsen und Steuern liegt bei etwa 10 Millionen. Das sind Zahlen, die bei Investoren Begehrlichkeiten wecken. Der Plan: Das Geschäft in vier bis fünf Jahren verdoppeln, bis 2030 fünf Marinas managen, bis 2035 sogar fünfzehn.

Die Branche entdeckt den Hafen neu

Der Zeitpunkt ist kein Zufall. Lange galt der Markt für Yachthäfen als zersplittert, dominiert von Familienunternehmen mit regionalem Fokus. Doch das ändert sich gerade radikal. Die Nachfrage nach Liegeplätzen für Superyachten übersteigt das Angebot, die Margen sind stabil und die Konzessionen langfristig planbar. Der US-Finanzinvestor Blackstone etwa sicherte sich im vergangenen Jahr für 52,5 Milliarden Euro 138 Häfen in den USA und Puerto Rico. Der französische InfraVia-Fonds investierte über eine Milliarde Euro in ein Netzwerk von 28 Marinas in neun Ländern.

Puerto Banús will in diesem Konsolidierungsspiel nicht nur Zuschauer bleiben. Mit dem ikonischen Namen und der privilegierten Lage an der Costa del Sol hat die Marina eine starke Ausgangsposition. Die Eigentümerfamilie versteht den Verkauf als Hebel, nicht als Abschied. Wer jetzt glaubt, der Glamour von Marbella bekomme einen neuen Besitzer, hat die Rechnung ohne die Vidiellas gemacht: Sie bleiben, aber nicht mehr allein.

Quellen: SUR, El Confidencial, Green Street News


Quelle: diariosur.es

Mehr aus Marbella & Andalusien & Spanien