Marbella senkt Steuern für Gastro und fördert Wohnungsbau

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Marbella senkt Steuern für Gastro und fördert Wohnungsbau

von Redaktion3 Min. Lesezeit

Marbellas neuer Kurs in der Steuerpolitik

Die Stadt Marbella will ihre Steuerpolitik künftig stärker als Werkzeug für wirtschaftliche Impulse und soziale Lenkung einsetzen. Im jüngsten Stadtrat, der wegen der landesweiten Trauer nach dem Zugunglück von Urda ohne Aussprache tagte, wurde ein Bündel an Maßnahmen verabschiedet. Ziel ist es, angeschlagene Branchen wie Gastronomie und Nachtleben zu entlasten und gleichzeitig den angespannten Wohnungsmarkt zu beleben. Wie der zuständige Stadtrat für Finanzen, Félix Romero, mitteilte, umfasst das Paket auch deutliche Vergünstigungen für große Familien sowie bei Erbschaften.

Deutliche Entlastung für Wirte und Hoteliers

Das Kernstück der wirtschaftsfördernden Maßnahmen ist eine Senkung des besonderen Grundsteuersatzes (IBI) für Immobilien, die der Hotellerie und Gastronomie dienen. Der Satz sinkt mit sofortiger Wirkung von 1,0 auf 0,82 Prozent. Damit wird die Hälfte der in der Vergangenheit vorgenommenen Erhöhung zurückgenommen; der Rest soll im kommenden Jahr folgen. Romero begründete den Schritt mit der damaligen Notlage, die zur Einführung des erhöhten Satzes geführt hatte: Man wolle nun ein Zeichen der Wertschätzung setzen und das Versprechen einlösen, den Satz wieder zu senken, so der Stadtrat.

Durch diese Entscheidung bleiben der lokalen Wirtschaft schätzungsweise knapp 1,1 Millionen Euro pro Jahr erspart, die nicht mehr in die Stadtkasse fließen. Die Unternehmen sollen das Geld direkt entlasten.

Anreize für bezahlbaren Wohnraum

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Schaffung von Wohnraum zu erschwinglichen Mieten. Die Kommune setzt dabei auf einen Mix aus Bonuszahlungen und Steuererleichterungen, um private Investoren für das Modell des „Alquiler a precio limitado“ (Miete zum begrenzten Preis) zu gewinnen.

Konkret sieht das Programm folgende Anreize vor:

  • Reduzierung der Baugebühr (ICIO): Für Projekte, die im Gegenzug begrenzte Mieten anbieten, sinkt diese Abgabe, die normalerweise vier Prozent der Bausumme beträgt, um bis zu 90 Prozent.
  • Grundsteuerbonus: Zusätzlich winken Erlasse bei der Grundsteuer (IBI) von bis zu 95 Prozent – und das ohne zeitliche Befristung.
  • Zusätzlicher Rabatt: Für Bauvorhaben auf städtischen Grundstücken im Konzessionsmodell gibt es weitere 50 Prozent Nachlass.

Laut Romero soll diese Kombination dafür sorgen, dass mehr Wohnungen auf den Markt kommen und langfristig im preisgedeckelten Segment bleiben. Gerade für junge Menschen, die sich den Traum vom ersten eigenen Zuhause erfüllen möchten, könnte dies ein entscheidender Vorteil sein, so der Finanzchef.

Sozialstaffel und stabile Hebesätze

Trotz der neuen Ausgaben positioniert sich das Rathaus als verlässlicher Partner für alle Steuerzahler. Der allgemeine Grundsteuersatz bleibt demnach unverändert bei 0,65 Prozent – ein Wert, der deutlich unter dem gesetzlich möglichen Maximum von 1,2 Prozent liegt. Darüber hinaus verwies Romero auf bestehende Vergünstigungen, etwa für kinderreiche Familien (Nachlass bis 50 Prozent), für Gründer bei der Gewerbesteuer (bis 50 Prozent in den ersten fünf Jahren) oder bei der Kfz-Steuer.

Auch bei der Grunderwerbsteuer (Plusvalía) im Erbfall zeigt sich die Stadt großzügig: Je nach Verwandtschaftsgrad und Immobilienwert sind Ermäßigungen von 20, 50 oder sogar 95 Prozent möglich. „Wir gestalten ein System, das die finanzielle Leistungsfähigkeit der Verwaltung mit der Unterstützung für jene verbindet, die es am meisten brauchen“, fasste Romero die Philosophie der neuen Regelungen zusammen. Die Stadt wolle damit sowohl soziale Härten abfedern als auch den Wirtschaftsstandort stärken.


Quelle: diariosur.es

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