Marbella glänzt mit Rekordzahlen in London

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

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Marbella glänzt mit Rekordzahlen in London

von Redaktion3 Min. Lesezeit

Ein Pakt mit dem Nebel: Warum Marbella auf die Briten zählt

Wer glaubt, der britische Tourist sei nach dem Brexit eine aussterbende Gattung, der irrt gewaltig. Das beweist die andalusische Perle Marbella eindrucksvoll. Ausgerechnet jetzt, wo andere Destinationen über ausbleibende Gäste von der Insel klagen, meldet die Stadt an der Costa del Sol Rekordzahlen und stürmt damit optimistisch auf die World Travel Market (WTM) in London. Dies ist kein bescheidener Auftritt, sondern eine Machtdemonstration mit Ansage.

Der Applaus aus dem Vereinigten Königreich

Die nackten Zahlen lesen sich wie eine Liebeserklärung an die Sonnenküste: Zwischen Januar und September dieses Jahres checkten exakt 116.164 Gäste aus dem Vereinigten Königreich in Marbellas Hotels ein. Das ist ein sattes Plus von 15,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Aber nicht nur die Ankünfte steigen, auch die Aufenthaltsdauer zeigt nach oben: 470.483 Übernachtungen wurden gezählt – ein Anstieg von 9,7 Prozent. Damit hängen die Briten die spanischen Gäste bei den Übernachtungen sogar ab und stellen mit einem Anteil von 22 Prozent das größte Kontingent in den hiesigen Hotels. Wer jetzt noch zweifelt, welchen Stellenwert die Insel für die lokale Wirtschaft hat, dem ist nicht mehr zu helfen.

Die Tourismusverantwortliche Laura de Arce, die den Auftritt in London koordiniert, lässt keinen Zweifel daran, warum man in der britischen Hauptstadt so selbstbewusst auftritt: Man will den Schwung nutzen, um die Position im wichtigsten internationalen Quellmarkt weiter zu festigen. Es geht nicht um Larmoyanz, sondern um Expansion. Während andere Küstenorte über die Folgen des Klimawandels oder der Inflation jammern, setzt Marbella auf offensive Vermarktung – und die Zahlen geben der Strategie recht. Wie die Zeitung Diario Sur berichtet, ist der Marktanteil enorm: Rund 12,8 Prozent aller britischen Hotelgäste der Provinz Málaga wählen Marbella, bei den Übernachtungen sind es sogar 10,5 Prozent. Das ist Marktmacht.

Mehr als nur Sonne und Strand

Doch die Delegation reist nicht mit leeren Händen nach London. Marbella will in diesem Jahr beweisen, dass die Stadt mehr zu bieten hat als Promenaden und Yachthäfen. Der Fokus liegt auf dem Kongresstourismus, einer Disziplin, in der man sich von der Konkurrenz abheben will. Der Palacio de Ferias y Congresos Adolfo Suárez, ein Koloss mit über 10.000 Quadratmetern Fläche und einem Auditorium für mehr als 1.500 Personen, dient als Argumentationshilfe. Die Bilanz ist beachtlich: Über 150 Veranstaltungen verzeichnet das Kongresszentrum heuer, und das kommende Jahr verspricht mit dem Unternehmer-Event Start-Up Olé, dem Kieferorthopäden-Kongress SEDO oder der Messe Marbella Design & Art erneut Hochkarätiges.

Das Argument der Prahlerei

Marbella zeigt in London Flagge – in den Ständen von Turismo Costa del Sol und Turismo Andaluz eingebettet, aber dennoch mit unüberhörbarer eigener Stimme. Diese Präsenz ist klug gewählt, kombiniert man doch das große regionale Marketing mit den spezifischen Stärken der Stadt. Die Botschaft an die britischen Reiseveranstalter ist simpel und klar: Wer Qualität und Wachstum will, führt an Marbella nicht vorbei. Die Konkurrenz an der Küste kann hier nur neidvoll zuschauen. Die Zahlen sind kein Zufall, sondern das Ergebnis einer konsequenten Positionierungsstrategie – und die soll auf der WTM bis zum 5. November noch weiter vertieft werden. Die Rechnung scheint aufzugehen: Während andernorts über Stagnation diskutiert wird, wird in Marbella längst wieder expandiert.


Quelle: diariosur.es

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