
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
60.000 Euro Strafe für Youtuber gefordert
Ein Signal gegen Hass im Netz
Es ist ein wegweisendes Signal im Kampf gegen Diskriminierung im Fußball: Die Staatliche Kommission gegen Gewalt, Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Intoleranz im Sport hat empfindliche Strafen für den Youtuber Iñaki Angulo gefordert. Der Grund ist ein Livestream, in dem der Content Creator den Spieler des Real Betis, Héctor Bellerín, auf übelste Weise homophob beleidigt haben soll.
Beleidigungen unter dem Deckmantel der Spielanalyse
Was war geschehen? Während einer YouTube-Übertragung, in der Angulo das Duell zwischen Betis und Real Madrid vom 4. September analysierte, ließ er sich über Bellerín aus. Statt sich auf das sportliche Geschehen zu konzentrieren, machte der Youtuber abfällige Bemerkungen über das Auftreten des Fußballers. Er spottete darüber, dass Bellerín sich die Fingernägel lackiere und „nur Bücher von Frauen lese“, und steigerte sich dann in eine Serie massiver homophober Beschimpfungen. Die Kommission sieht darin einen klaren Fall von Hetze, die keinen Platz im Sport hat.
Klare Ansage: Schluss mit der Toleranz
Die Kommission zeigt nun Härte und beantragt ein Bußgeld von 60.001 Euro sowie ein zweijähriges Verbot für Angulo, Sportstätten zu betreten. Diese Summe ist bewusst gewählt, denn sie markiert die Untergrenze für „sehr schwere Verstöße“ nach dem spanischen Sportgesetz. Die Botschaft dahinter ist unmissverständlich: Wer im öffentlichen Raum homophobe Parolen verbreitet, muss mit den vollen Konsequenzen rechnen. Es geht nicht um Meinungsfreiheit, sondern um den Schutz von Persönlichkeitsrechten und die Würde von Sportlern.
Ein Präzedenzfall mit Signalwirkung
Der Fall ist mehr als nur ein Einzelfall. Er zeigt, dass die Justiz und die Sportbehörden bereit sind, auch im digitalen Raum durchzugreifen. Bellerín, bekannt für sein Engagement gegen jede Form von Diskriminierung, hatte bereits Strafanzeige gegen Angulo gestellt. Ihm wird ein Hassverbrechen im Zusammenwirken mit schwerer Beleidigung vorgeworfen. Der Real Betis unterstützt seinen Spieler und hat die Kommission eingeschaltet. Die Entscheidung, die nun auf dem Tisch liegt, sendet eine klare Botschaft an alle, die glauben, im Schutz der Anonymität des Internets ungestraft ihren Hass verbreiten zu können.
Es wäre ein fatales Zeichen, würde man solche Vorfälle als bloße Provokation abtun. Die Kommission stellt klar: Sportstätten und die Diskussion darüber sind kein rechtsfreier Raum für Intoleranz. Das Verfahren gegen Angulo ist der richtige Schritt, um die Grenzen des Sagbaren klar zu definieren. Wer diese Linie überschreitet, muss zahlen – und zwar ordentlich. So viel Konsequenz ist notwendig, um ein Zeichen zu setzen, das weit über Sevilla hinausreicht.
Wie Europa Press berichtet, sieht das Gesetz für derartige Vergehen Strafen bis zu 650.000 Euro vor.
Quelle: europapress.es