
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Forbes: Mayoral- und Cosentino-Eigner unter Top 100
Forbes-Ranking 2026: Modeunternehmer und Stein-Industrie dominieren in Andalusien
Die neuen Zahlen von Forbes Spain zeigen ein klares Bild: Manuel Domínguez de la Maza, Präsident des Textilkonzerns Mayoral, und seine Familie sind mit einem geschätzten Vermögen von 1,5 Milliarden Euro die wohlhabendsten Andalusier. Im Gesamtranking der 100 reichsten Spanier kletterten sie vom 41. auf den 35. Platz. Ein Sprung, den das Wirtschaftsmagazin vor allem auf den anhaltenden Börsenaufschwung in Spanien zurückführt – das Familien-Holding Indumenta Pueri hält unter anderem Anteile an Adolfo Domínguez, Laboratorios Rovi, Unicaja und CAF, deren Kurse zuletzt deutlich anzogen.
Auf Rang 86 folgt die Familie Cosentino aus Macael in der Provinz Almería. Ihr Vermögen beziffert Forbes auf 670 Millionen Euro und damit 20 Millionen mehr als im Vorjahr. Trotz des Zuwachses verlor die Unternehmerfamilie zwei Plätze, was der allgemeinen Wertsteigerung der Liste geschuldet ist. Der von den Brüdern Cosentino 1980 gegründete Marmorbetrieb hat sich längst zum Weltmarktführer für Küchenoberflächen entwickelt. 2025 erwirtschaftete das Unternehmen 1,42 Milliarden Euro Umsatz und kündigte Investitionen von weiteren 350 Millionen Euro bis 2028 an. Seit kurzem führt mit Pilar Cosentino die nächste Generation den Konzern.
Rekordsumme: 300 Milliarden Euro Gesamtvermögen
Die komplette Liste der 100 reichsten Spanier summiert sich in diesem Jahr auf beeindruckende 300,5 Milliarden Euro – ein Plus von 16,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. An der Spitze thront unverändert Inditex-Gründer Amancio Ortega, dessen Vermögen auf 125,2 Milliarden Euro angewachsen ist. Damit hält sich der 90-Jährige seit 2014 durchgehend an der Spitze des Rankings und gehört auch im weltweiten Vergleich zu den zehn reichsten Menschen.
Seine Tochter Sandra Ortega belegt mit 11,5 Milliarden Euro den zweiten Platz und bleibt die wohlhabendste Frau des Landes. Dahinter folgt Mercadona-Chef Juan Roig, dessen Vermögen um 24 Prozent auf 9,8 Milliarden Euro stieg. Neu in die Spitzengruppe drängt sich Bankier Juan Carlos Escotet von Abanca mit 8,1 Milliarden Euro. Ferrovial-Präsident Rafael del Pino Calvo-Sotelo fällt auf Rang fünf zurück (7,8 Milliarden). Den Rest der Top Ten bilden unter anderem die Mercadona-Vizechefin Hortensia Herrero, Baukonzern-Chef Florentino Pérez – gleichzeitig Präsident von Real Madrid – sowie die Geschwister María del Pino und Miguel Fluxà.
Alternde Elite und wachsende Frauenquote
Die Demografie der Vermögenden gibt laut Forbes Anlass zur Beobachtung: Mit einem Durchschnittsalter von 70 Jahren steht Spanien vor einem historischen Generationenwechsel bei Unternehmensnachfolgen. Rund um Amancio Ortega finden sich Veteranen wie Miguel Fluxà Roselló (88), Juan Abelló (84) oder die Brüder March wieder. Frauen verbessern ihre Position hingegen kontinuierlich: 28 Prozent der Listenplätze entfallen auf weibliche Vermögende, insgesamt 64,8 Milliarden Euro – ein Plus von 14 Prozent. Sandra Ortega allein konzentriert dabei rund ein Fünftel des weiblichen Gesamtvermögens auf sich.
Die gestiegenen Vermögenswerte haben allerdings auch ihre Schattenseiten: Namen wie die Familie Grifols oder die García-Baquero-Dynastie schafften es in diesem Jahr nicht mehr in die Auswahl – nicht wegen Verlusten, sondern weil die Einstiegshürde durch das Marktwachstum deutlich gestiegen ist, wie Forbes erläutert. Wie das Magazin berichtet, profitierten vor allem börsennotierte Unternehmen und traditionelle Branchen wie Infrastruktur und Finanzen von der aktuellen Rally. (europapress, Forbes)
Quelle: europapress.es