110 Hunde qualvoll verwahrlost aufgefunden

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Bunol

110 Hunde qualvoll verwahrlost aufgefunden

von Redaktion2 Min. Lesezeit

Ein Albtraum aus Ketten und Durst

Wer Tiere hält, übernimmt Verantwortung. Wer sie jedoch wie Abfall behandelt, muss mit den Konsequenzen rechnen – das ist die Botschaft eines erschütternden Falls aus der valencianischen Gemeinde Buñol. Dort entdeckten Einsatzkräfte auf einem umzäunten Grundstück ein Horrorszenario, das man in einem zivilisierten Land nicht für möglich halten möchte: 110 Hunde, dem Anschein nach dem Tod geweiht.

Die Beamten der örtlichen Polizei und des Guardia-Civil-Spezialdienstes Seprona fanden die Tiere in einem desolaten Zustand vor. Es war kein Versehen, keine Unachtsamkeit – es war ein systematisches Versagen gegenüber den Grundsätzen des Tierschutzes. Die Hunde vegetierten bei sengender Hitze dahin, an kurzen Ketten gefesselt und ohne ausreichenden Zugang zu Wasser. Ihre Körper wiesen schwere Anzeichen von Unterernährung und Misshandlung auf. Wie die Polizei mitteilte, bot sich den Rettern ein Bild der maximalen Dringlichkeit.

Ermittlungen nach Bürgerhinweis

Auslöser der Rettungsaktion war ein aufmerksamer Nachbar. Genau solches zivilcouragiertes Handeln ist der Grund, warum solche Missstände überhaupt ans Licht kommen. Die Polizei nahm den Hinweis ernst, sammelte zunächst diskret Beweise und zog dann die Spezialisten des Seprona hinzu. Diese Zusammenarbeit von Bürgersinn und professioneller Ermittlungsarbeit hat funktioniert.

Die Bilanz ist niederschmetternd: Alle 110 Tiere wurden aus dem Gelände geholt und in das städtische Tierheim Ribamontes gebracht. Dort sollen sie nun ärztlich versorgt werden – für viele von ihnen ein Wettlauf gegen die Zeit.

Der Fall ist ein Weckruf

Der Besitzer des Geländes muss sich nun wegen des Verdachts eines Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz verantworten. Die Ermittlungen laufen, die Tiere wurden der Justiz zur Verfügung gestellt. Das ist gut so, denn hier geht es nicht um eine Lappalie. Die Kontrolle der Tierhaltung in Spanien ist in den letzten Jahren strenger geworden, doch dieser Fall zeigt: Die Realität hinkt der Gesetzgebung oft noch hinterher.

Es wäre leicht, die Schuld allein beim Halter zu suchen. Doch wer ehrlich ist, muss auch fragen: Wie konnte so etwas unbemerkt bleiben? Warum gibt es keine wirksameren Kontrollmechanismen? Solche Fälle sind kein Einzelfall, sondern ein Symptom eines strukturellen Problems. Die Behörden müssen ihre Anstrengungen verstärken, um solche Zustände bereits im Vorfeld zu verhindern. Der Fall von Buñol ist ein dringender Appell, die Augen nicht zu verschließen – und ein Beweis dafür, dass jeder Einzelne einen Unterschied machen kann. Wie die Beamten betonten, gebührt der Dank der Polizei sowohl den beiden ermittelnden Beamten als auch dem aufmerksamen Zeugen, der die Rettung der Tiere überhaupt erst ermöglicht hat. Laut eines Berichts der Nachrichtenagentur Europa Press wird der Fall nun juristisch aufgearbeitet.


Quelle: europapress.es

Mehr aus Bunol & Valencia & Spanien