
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Bombendrohungen gegen ein Dutzend Flüge in Europa
Eine Serie von Bombendrohungen hat am Donnerstag den Flugverkehr in weiten Teilen Europas durcheinandergebracht. Wie die Nachrichtenagentur Europa Press meldet, waren innerhalb weniger Stunden mehr als zehn Flüge zwischen verschiedenen europäischen Flughäfen betroffen. Allein drei Maschinen, die in Madrid starteten oder dort landen sollten, gerieten ins Visier der Drohungen.
Maschinen über Frankreich und Bulgarien umgeleitet
Besonders dramatisch war der Zwischenfall am Morgen: Ein Flug der irischen Fluggesellschaft Aer Lingus auf dem Weg von Irland nach Italien wurde zu einem Militärstützpunkt im Norden Frankreichs umgeleitet. Das bestätigten sowohl das Büro des französischen Premierministers als auch die Airline.
Auch über dem Balkan herrschte Ausnahmezustand. Drei Maschinen des Billigfliegers Ryanair, die nach Sofia in Bulgarien unterwegs waren – eine davon gestartet in Madrid –, wurden von Jagdflugzeugen der bulgarischen Luftwaffe eskortiert. Wie das Verteidigungsministerium in Sofia mitteilte, landeten zwei der Flugzeuge planmäßig in der Hauptstadt, eine dritte Maschine wurde nach Plovdiv umgeleitet.
Falscher Alarm bei Iberia und Air Europa
In Madrid selbst sorgten die Drohungen ebenfalls für Aufregung, letztlich aber für Entwarnung. Zwei Maschinen von Iberia, die aus Mailand und Rom kamen, erhielten am Vormittag eine Bombendrohung. Die Piloten setzten den Flug nach Angaben der Airline aber regulär in Madrid fort – die Landung gegen 10 Uhr verlief ohne Zwischenfälle. „Die Avisos wurden an den Flughafen geschickt und den Kommandanten mitgeteilt“, so ein Sprecher. Die Passagiere hätten das Flugzeug anschließend ohne Probleme und unter Einhaltung der Sicherheitsvorkehrungen verlassen. Die Drohungen entpuppten sich als falsche Alarme.
Am selben Flughafen wurde zudem ein Flug von Air Europa nach Paris gestoppt. Die Maschine habe den Start im letzten Moment abgebrochen, sagte ein Sprecher. Die Evakuierung des Flugzeugs sei reibungslos verlaufen.
Auch Osteuropa betroffen
Nicht nur Süd- und Westeuropa waren Ziel der Drohungen. Die polnische Fluggesellschaft LOT Polish Airlines meldete für zwei Verbindungen von Warschau nach Paris und Brüssel „potenzielle Sicherheitsbedrohungen“. Der Flug nach Paris wurde noch während des Rollvorgangs gestoppt und zu einem abgelegenen Abstellplatz gebracht. Sowohl das Flugzeug als auch sämtliches Gepäck wurden durchsucht – ohne Befund. Der Flug musste anschließend mit einer Ersatzmaschine fortgesetzt werden.
Der Brüssel-Flug wurde nach der Landung am Zielort einer zusätzlichen Sicherheitskontrolle unterzogen. Auch hier blieb die Suche erfolglos. Eine Sprecherin des Brüsseler Flughafens bestätigte, dass die Polizei ermittelt, aber keine weiteren Maßnahmen für nötig hielt.
Weitere Airlines betroffen
Die ungarische Billigfluggesellschaft Wizz Air meldete einen Zwischenfall auf einem Flug von Mailand nach Warschau: Die Maschine wurde nach Wien umgeleitet. Das Unternehmen erklärte, der Vorfall reihe sich ein in eine Serie ähnlicher Drohungen gegen mehrere europäische Airlines in den vergangenen Tagen.
Auch die finnische Finnair war betroffen. Zwei Flüge von Helsinki nach Rom und Wien – letzterer von der dänischen Jettime betrieben – erhielten Bombendrohungen. Beide landeten planmäßig. In Rom wurde laut Airline nichts Auffälliges gefunden, der Rückflug nach Helsinki trat die Maschine bereits wieder an. In Wien dauerten die Kontrollen an, es gab aber zunächst keine Befunde.
Die genauen Hintergründe der Drohserie sind bislang unklar. Die Behörden der betroffenen Länder haben Ermittlungen aufgenommen. Die Berichte von Europa Press zeigen, dass es sich um eine koordinierte Aktion handeln könnte, die gezielt den europäischen Flugverkehr stören sollte. So berichtete es die Nachrichtenagentur am Donnerstagnachmittag.
Quelle: europapress.es