Familienclan dealt mitten in Benicarló

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Benicarlo

Familienclan dealt mitten in Benicarló

von Redaktion3 Min. Lesezeit

Ein Schlag gegen die organisierte Kriminalität im Herzen der Provinz Castellón

Wieder einmal zeigt sich: Die Drogenkriminalität ist kein urbanes Phänomen, das sich auf Metropolen wie Valencia oder Madrid beschränkt. Diesmal hat es die Guardia Civil in Benicarló erwischt – einem Ort, der sonst eher für Strandtourismus und ruhige Nachbarschaften bekannt ist. Doch der Schein trog, denn mitten im historischen Zentrum betrieb ein Familienclan ein gut organisiertes Vertriebsnetz für Kokain und Heroin. Nun sind 15 mutmaßliche Mitglieder dieser kriminellen Vereinigung hinter Gittern.

Der Clan als Unternehmen: Struktur, Waffen, Umsatz

Was wie eine Szene aus einem Gangsterfilm klingt, ist reale Ermittlungsarbeit: Über Monate hinweg beobachtete die Guardia Civil die Aktivitäten der Bande, die von mehreren Gebäuden im Altstadtkern aus operierte. Die Verkaufsstellen waren untereinander vernetzt und wurden exklusiv von Angehörigen derselben Familie geführt – ein klares Indiz für eine hierarchisch strukturierte Organisation mit klaren Verantwortlichkeiten. Bei sechs zeitgleichen Durchsuchungen fanden die Einsatzkräfte nicht nur Kokain, Heroin, Haschisch und Crystal, sondern auch eine beachtliche Menge an Präzisionswaagen und Verpackungsmaterial – die typische Ausstattung eines professionellen Dealerbetriebs.

Besonders alarmierend ist jedoch der Waffenfund: Sechs Schrotflinten, diverse Messer und reichlich Munition deuten darauf hin, dass der Clan nicht nur gewillt war, sein Territorium zu verteidigen, sondern auch keine Hemmungen hatte, potenzielle Konkurrenten oder Kredit säumige Kunden einzuschüchtern. Hinzu kommen mehr als 10.000 Euro Bargeld sowie Luxusgüter und acht Fahrzeuge im Gesamtwert von über 100.000 Euro. Diese Zahlen belegen, dass es sich nicht um Gelegenheitsdealer, sondern um ein profitables Familienunternehmen handelt, das auf Dauer angelegt war. Die Justizbehörde in Vinaròs hat die Untersuchungshaft angeordnet – ein deutliches Signal, dass der Rechtsstaat auf solche Strukturen eine klare Antwort hat.

Ein besonders dunkler Punkt: Tierquälerei als Nebengeschäft

Doch die Operation enthüllte noch eine weitere, besonders abstoßende Dimension des Clans. In zwei der durchsuchten Gebäude entdeckten die Beamten des SEPRONA beinahe 180 Kampfhähne, von denen 48 bereits verstümmelt worden waren, sowie mehrere Finken und über 40 Jagdhunde – fast alle ohne Chip. Diese Tiere wurden offensichtlich nicht als Haustiere gehalten, sondern für illegale Kämpfe und die Jagd gezüchtet. Die mutwillige Verstümmelung der Tiere ist nicht nur ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz, sondern ein Indiz für eine brutale und rücksichtslose Mentalität, die in der organisierten Kriminalität oft Hand in Hand geht.

Während die Ermittler die Bande nun wegen Drogenhandels und krimineller Vereinigung belangen, prüfen sie zudem eine Anklage wegen Tierquälerei. Es wäre naiv zu glauben, dass diese Machenschaften auf ein paar clevere Geschäftsleute zurückgehen, die nur dem Markt folgen. Die Kombination aus Drogen, Waffen und Tierquälerei zeigt: Hier sind Menschen am Werk, die vor keiner Grenze zurückschrecken. Umso wichtiger ist es, dass die Guardia Civil mit dieser Operation nicht nur ein Drogennest zerstört, sondern auch ein Zeichen setzt – gegen die Dreistigkeit krimineller Familienclans, die sich sogar in Provinzstädten breitmachen und dort ihre Gewaltstrukturen etablieren.

Die Beamten haben ganze Arbeit geleistet, doch der Kampf gegen die Drogenkriminalität wird damit nicht enden. Es braucht wachsame Bürger und eine Politik, die der Polizei die nötigen Ressourcen für solche Langzeitermittlungen zur Verfügung stellt – damit der nächste Schlag nicht lange auf sich warten lässt.

Wie die Nachrichtenagentur Europa Press berichtet, wurden alle 15 Festgenommenen der zuständigen Richterin am Gericht von Vinaròs vorgeführt.


Quelle: europapress.es

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