
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Chiclana erwägt Übernachtungssteuer im Sommer
Drei Euro pro Nacht in der Hochsaison
Die andalusische Küstenstadt Chiclana de la Frontera prüft die Einführung einer touristischen Abgabe für die Sommermonate. Wie die Gemeinde mitteilte, soll die Steuer in Hotels der Kategorien Vier und Fünf Sterne erhoben werden. Geplant ist ein Zeitfenster vom 15. Juni bis zum 15. September, in dem drei Euro pro Übernachtung und Gast anfallen würden.
Antrag an die Regionalregierung
Bürgermeister José María Román kündigte an, die Formalien für die Einführung der Abgabe bei der Regionalverwaltung Andalusiens zu beantragen. Die Junta de Andalucía ist für die Genehmigung einer solchen Steuer zuständig. Román verwies darauf, dass auch die Bürgermeister von Málaga, Cádiz und Sevilla – allesamt Mitglieder der Volkspartei – ähnliche Vorstöße unternommen hätten.
Die Stadtverwaltung beziffert das erwartete Aufkommen auf Basis der im Vorjahreszeitraum verzeichneten rund eine Million Übernachtungen. Bei einer Abgabe von drei Euro pro Nacht ergäben sich potenzielle Einnahmen von bis zu drei Millionen Euro. Zusammen mit den Erlösen aus den gebührenpflichtigen Parkzonen im Sommer, die knapp zwei Millionen Euro einbringen, könnten etwa sechs Millionen Euro zusammenkommen. Diese Summe entspricht nach Angaben der Kommune in etwa den jährlichen Kosten für die Instandhaltung und Reinigung der Strände während der Hochsaison.
Finanzielle Entlastung für die Stadtkasse
Der Bürgermeister argumentierte, die Abgabe sei ein Instrument, um die öffentlichen Haushaltsmittel zu schonen. Die Einnahmen aus der Steuer sollen es ermöglichen, freiwerdende Gelder aus dem ordentlichen Haushalt für andere städtische Aufgaben zu verwenden. Román betonte, es gehe nicht darum, Besucher abzuschrecken oder die Hotelbranche zu belasten. Vielmehr solle der Tourismus einen Beitrag zu den Kosten leisten, die durch die hohe Besucherfrequenz entstehen.
Saisonale Lösung als Kompromiss
Die Beschränkung der Steuer auf die Sommermonate ist nach Darstellung der Stadt bewusst gewählt. Man wolle die finanzielle Belastung auf die Zeit konzentrieren, in der die öffentliche Infrastruktur am stärksten beansprucht werde. Außerhalb der Saison bemühe sich die Gemeinde weiterhin um Touristen. Román erinnerte in diesem Zusammenhang an ein bestehendes Förderprogramm: Hotels, die außerhalb der Hauptsaison geöffnet bleiben, erhalten derzeit zwei Euro pro Übernachtung als Zuschuss. Diese Unterstützung sichere Arbeitsplätze und halte die Betriebe am Laufen. Im Sommer, wenn die Zimmerpreise ohnehin hoch seien, solle nun der Gast – nicht das Hotel – drei Euro an die Stadt zahlen.
Wie die Nachrichtenagentur Europa Press berichtet, verfolgt die Initiative das Ziel, die außergewöhnlichen Serviceleistungen im Sommer zu finanzieren, ohne die Bemühungen um eine ganzjährige Touristensaison zu untergraben.
Quelle: europapress.es