
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Metallstreik in Murcia: Arbeitgeber legen neues Angebot vor
Ein Angebot, das keine Bewegung bringt
Der Arbeitskampf in der Metallbranche der Region Murcia geht in die nächste Runde – und ein Ende ist weiterhin nicht in Sicht. Die jüngste Sitzung der Schlichtungskommission am Mittwoch hat keine Annäherung gebracht. Das von der Arbeitgeberseite vorgelegte Paket mag auf dem Papier substantiell wirken, doch es verfehlt offenbar sein Ziel: Die Gewerkschaften lassen sich davon nicht beeindrucken, der Streik wird fortgesetzt.
Das Angebot der Bosse: Viel Lärm um etwas mehr Geld
Die Arbeitgebervereinigung FREMM zeigt sich in der Öffentlichkeit betont kompromissbereit. Man biete eine Lohnsteigerung von 16,75 Prozent über fünf Jahre, eine deutlich stärkere Arbeitszeitreduzierung, verbesserte Spesenregelungen und die Garantie der Kaufkraft. Auch die Zuschläge für den Industriestandort Cartagena sowie weitere soziale Verbesserungen sollen bestehen bleiben. Klingt nach einem großen Wurf – doch der Schein trügt. Wer genau hinsieht, erkennt das Manöver: Es ist derselbe alte Wein in neuen Schläuchen, lediglich das Etikett wurde ausgetauscht. Die Basis des Angebots bildet nach wie vor die Absichtserklärung vom 24. Juli, die die Arbeitnehmervertreter offenbar für unzureichend halten.
Die Rechnung ohne die Belegschaft gemacht
Der entscheidende Fehler der Arbeitgeberseite ist die Annahme, dass eine bloße Zahl auf dem Verhandlungstisch die Stimmung in den Betrieben kippen könnte. FREMM-Generalsekretär Andrés Sánchez appelliert an die Gewerkschaften, „in einem Klima des guten Willens und ohne Druck" an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Was für ein Hohn! Die Belegschaften erleben den Druck seit Wochen am eigenen Leib – in Form von ausbleibenden Lohnsteigerungen bei gleichzeitig explodierenden Lebenshaltungskosten.
Die Arbeitgeber verweisen auf „eine solide Grundlage" für eine Einigung. Doch diese Solidität scheint nur aus ihrer eigenen Perspektive zu existieren. Ein Angebot, das im Sommer bereits als unzureichend abgelehnt wurde und nun nur marginal aufgebessert wurde, ist kein Zeichen von Kompromissbereitschaft, sondern von Realitätsverweigerung.
Es bleibt dabei: Streik bis zum Erfolg
Warum also sollte die Belegschaft nun einlenken? Die Antwort ist einfach: Sie sollte es nicht. Die Streikbereitschaft ist das einzige Druckmittel, das die Arbeitnehmer in dieser Auseinandersetzung haben. Nachgeben jetzt würde bedeuten, dass die Arbeitgeber mit ihrer Taktik des Abwartens und der Minimalzugeständnisse Recht behalten. Die Entscheidung der Gewerkschaften, den Ausstand fortzusetzen, ist daher nicht nur verständlich, sondern konsequent.
Wie die Nachrichtenagentur Europa Press berichtet, bleibt die Lage also verhärtet. Die FREMM appelliert an die Vernunft der Arbeitnehmervertreter – doch scheint es, als hätten die Arbeitgeber selbst jede Vernunft verloren, wenn sie glauben, dass ein solches Angebot einen wochenlangen Arbeitskampf beenden kann. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt, wenn man die „Gute Wille"-Rhetorik der Arbeitgeber als das entlarvt, was sie ist: der Versuch, die eigene Verhandlungsmasse zu verbessern, ohne wirklich an den Kern der Probleme zu gehen. In dieser Frage bleibt die Arbeitnehmerseite bis zum endgültigen Erfolg standhaft.
Quelle: europapress.es