Stilles Zeichen der Anteilnahme

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Murcia

Stilles Zeichen der Anteilnahme

von Redaktion1 Min. Lesezeit

Ein Riss, der durch die Provinz geht

Es ist ein Ritual, das man in Spanien nur allzu gut kennt. Einem Unglück folgt die Stille. Wenn Worte versagen und die Fassungslosigkeit zu groß ist, bleibt nur das Schweigen. Der Zusammenstoß zweier Züge in Urda bei Toledo hat das Land erschüttert. Nun sendet die Region Murcia ein unmissverständliches Signal: Man steht zusammen.

Die Geschlossenheit ist bemerkenswert. Es sind nicht nur die großen Zentren wie Murcia oder Cartagena, die sich der Aufforderung des spanischen Städte- und Provinzbundes (FEMP) anschließen. Auch Kommunen wie Fuente Álamo, Blanca, Cehegín oder Calasparra ziehen an einem Strang. Diese Gemeinschaftsgeste – das Schweigen vor den Rathäusern – ist mehr als nur eine Formalie. Es ist die öffentliche Anerkennung einer kollektiven Betroffenheit, die keine geografischen Grenzen kennt.

Man mag einwenden, dass Schweigen keine Taten ersetze. Dass Gedenkminuten zu oft als billige Symbolpolitik verkommen. Doch in einem Land, das immer wieder von Tragödien heimgesucht wird, hat dieses Innehalten eine kathartische Funktion. Es gibt den Angehörigen das Gefühl, nicht allein zu sein. Und es zwingt die Gesellschaft, den Blick von der Alltagshektik auf das Wesentliche zu lenken.

Der Präsident der Region wird dem Akt auf dem Platz vor dem Rathaus von Murcia persönlich beiwohnen. Seine Worte auf der Plattform X, in denen er den "Schmerz über diese neue Tragödie" ausdrückt, sind bezeichnend. Sie zeigen: Die Anteilnahme ist keine Pflichtübung, sondern eine Herzensangelegenheit – mag sie auch medial inszeniert sein. Um 20.00 Uhr wird die Zeit stillstehen. Wer dann nicht innehält, verkennt die Zeichen der Zeit. Wie Europa Press berichtet, gilt die Solidarität ausdrücklich den Hinterbliebenen und Freunden der Toten. Das ist richtig so. Denn letztlich zählt nicht die Zahl der Opfer, sondern das Leid derer, die zurückbleiben.


Quelle: europapress.es

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