Camposol-Prozess: Beamte schildern brutalen Fund

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Puerto De Mazarron

Camposol-Prozess: Beamte schildern brutalen Fund

von Redaktion3 Min. Lesezeit

Im Prozess um den gewaltsamen Tod einer Frau in der Urbanisation Camposol hat die dritte Verhandlungstagung am Dienstag für neue Erkenntnisse gesorgt. Ein Beamter der Guardia Civil, der damals zu den ersten Einsatzkräften am Tatort gehörte, schilderte vor dem Schwurgericht der Provinz Murcia eindrücklich den Zustand des Opfers: „Sie war buchstäblich zusammengeschlagen worden“, sagte der Polizist aus. Die Frau wies demnach zahlreiche Hämatome sowie Blut im Gesicht und um den Mund auf.

Die Aussagen der Sicherheitskräfte konzentrieren sich an diesem Prozesstag vor allem auf die Frage, ob die schweren Verletzungen des Opfers mit der Darstellung des Angeklagten vereinbar sind. Dieser soll behauptet haben, die Frau sei von einem Fahrzeug angefahren worden. Die Ermittler widersprechen dieser Version jedoch deutlich.

Zweifel an der Unfallversion

Mehrere Zeugen, darunter auch ein Kriminaltechniker, der bereits zahlreiche Unfallopfer untersucht hat, erklärten vor Gericht, dass sie keine Hinweise auf einen Zusammenstoß mit einem Auto gefunden hätten. Ein Beamter, der die Leiche inspizierte und fotografierte, gab an, keine Anzeichen von Überrollung oder Quetschungen entdeckt zu haben. Auch fehlten laut seiner Aussage typische Abriebspuren oder Rückstände an den verletzten Körperstellen, die bei einem Sturz auf den Asphalt zu erwarten wären.

Der Sachverständige betonte, dass selbst bei einem langsamen Zusammenstoß deutliche Schürfwunden durch den Kontakt mit dem Straßenbelag entstehen müssten. „Wenn ein Fahrzeug über den Körper fährt, hinterlässt das Spuren am Körper oder an der Kleidung“, so der Experte. Da solche Spuren fehlten, sei ein Unfall als Ursache auszuschließen.

Die Verteidigung versuchte wiederholt, die Beamten zu Aussagen über dunkle Flecken in der Nähe der Hand des Opfers zu bewegen, die möglicherweise von Fahrzeugfett stammen könnten. Auch fragte sie nach Schleifspuren. Die Polizisten konnten diese Vermutungen jedoch nicht bestätigen und verwiesen darauf, dass es sich bei den beobachteten Markierungen auch um Blutergüsse gehandelt haben könnte.

Auffälliges Verhalten des Angeklagten

Neben dem Zustand des Opfers schilderten die ersten Beamten am Tatort auch das Verhalten des Beschuldigten. Sie fanden ihn demnach ruhig auf dem Sofa sitzend vor, während er Bier trank. Die Polizisten beschrieben seinen Zustand als angetrunken und seine Reaktion als „kalte, absolute Gleichgültigkeit“. Er habe keinerlei Anstalten gemacht, sich um das Wohl der Frau zu kümmern, die vor dem Haus lag.

Einer der Ordnungshüter berichtete, dass der Mann während des gesamten Polizeieinsatzes weiter Bier getrunken habe. Insgesamt hätten die Einsatzkräfte mehrere leere Flaschen gezählt. Die Beamten waren sich einig, dass der Angeklagte sich der Schwere der Lage bewusst gewesen sei, was sie aus seinen Äußerungen und der wiederholten Erklärung der Situation schlossen.

Das Opfer wurde den Schilderungen zufolge in einer ungewöhnlichen Position aufgefunden: bäuchlings am Bordstein vor ihrem Zuhause, die Beine leicht angewinkelt. Die Rettungsversuche der Polizisten blieben erfolglos, die Frau reagierte nicht mehr. Die Verletzungen, so ein Beamter, erstreckten sich über den gesamten Körper, darunter Kopf, Arme, Rücken, Brust und Bauch. Vor allem der Anblick des Gesichts mit den zahlreichen Blutergüssen habe sich ihm eingeprägt, sagte der Zeuge.

Bereits zu Beginn der Sitzung hatte die Verteidigung beantragt, zwei elektronische Geräte in das Verfahren aufzunehmen. Dieser Antrag wurde vom Gericht jedoch abgelehnt. Wie die Nachrichtenagentur Europa Press berichtet, sind für den Prozess insgesamt sechs Verhandlungstage angesetzt. Der Angeklagte muss sich wegen Mordes an der Frau verantworten.


Quelle: europapress.es

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