
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Sechs Festnahmen nach Razzia gegen Drogenstützpunkte
Ein Schlag gegen das offene Drogengeschäft
Während die einen über Sicherheit nur reden, handeln andere. Die Nationalpolizei hat in der Murcianer Pedanía Puente Tocinos gleich zwei sogenannte Narcopisos – also Wohnungen, die als offene Verkaufsstellen für Drogen dienen – ausgehoben. Sechs Personen sitzen in Untersuchungshaft, der Vorwurf: Drogenhandel. Eine Operation, die zeigt, dass die Polizei nicht nur symbolische Präsenz zeigt, sondern dort zuschlägt, wo der Alltagshandel floriert.
Ein Geschäft rund um die Uhr
Die Ermittlungen, die bereits Ende August anliefen, förderten ein System zutage, das durchaus als professionell bezeichnet werden kann. Die zwei Verkaufswohnungen wurden nicht nur kontinuierlich genutzt, sondern auch regelmäßig aus zwei nahegelegenen Lagerhäusern versorgt. Das Ergebnis: ein rund um die Uhr laufender Betrieb, der ein ständiges Kommen und Gehen von Abnehmern verursachte – ein Zustand, der für die Anwohner zur täglichen Belastung wurde. Die Behörden sprechen von einer klaren Strategie, die gezielt auf die offene Szene in der Stadt Murcia abzielte.
Was die Razzia zu Tage förderte
Bei insgesamt vier Durchsuchungen – zwei in den Verkaufsräumen, zwei in den Lagern – stellten die Einsatzteams 40 Gramm Kokain, 505 Gramm Haschisch und ein Kilogramm Marihuana sicher. Dazu kamen sechs Präzisionswaagen, Bestell- und Verkaufsnotizen sowie über 12.000 Euro in bar. Auch wenn dies keine Mengen sind, die einen internationalen Kartellboss zittern lassen, zeigt die Beschaffenheit der Beweise: Hier wurde nicht für den Eigenbedarf, sondern für den Vertrieb produziert und gehandelt. Besonders pikant: Auch mehrere nachgebaute Waffen wurden beschlagnahmt – Requisiten, die offenbar zur Abschreckung dienen sollten.
Ein Ermittlungserfolg, kein Zufall
Die Aktion ist Teil einer Serie von Razzien, die die Drogenfahndung der Jefatura Superior in Murcia seit Monaten gegen die offene Drogenszene führt. Die Zusammenarbeit mehrerer Polizeieinheiten – von der Kriminalpolizei über die Hundeführerstaffel bis hin zur örtlichen Policía Local – zeigt, dass solche Einsätze keine Einzelaktionen sind, sondern koordinierte Schläge gegen ein strukturelles Problem. Wer hier von Einzelfällen spricht, verkennt die Dimension des Problems im Südosten Spaniens.
Wie die Nachrichtenagentur Europa Press unter Berufung auf die Nationalpolizei berichtet, gilt die Gruppe als zerschlagen – zumindest in dieser Ecke von Puente Tocinos. Die Ermittlungen sind jedoch noch nicht abgeschlossen, und es bleibt abzuwarten, ob die Ermittler noch höhere Ebenen des Netzwerks ins Visier nehmen.
Quelle: europapress.es