Lebensmittelabfälle in Schulkantinen: Ursachen identifiziert

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Murcia

Lebensmittelabfälle in Schulkantinen: Ursachen identifiziert

von Redaktion2 Min. Lesezeit

Die Menge an weggeworfenen Lebensmitteln in Schulkantinen ist kein Zufallsprodukt. Eine Untersuchung der Stadtverwaltung von Murcia im Rahmen des EU-Projekts LIFE GreenMe5 hat die zugrunde liegenden Muster sichtbar gemacht. Wie die Nachrichtenagentur Europa Press berichtet, zählen zu den Hauptursachen:

  • die geringe Akzeptanz bestimmter Gerichte,
  • Portionsgrößen, die nicht ausreichend am Alter der Kinder ausgerichtet sind,
  • Abweichungen zwischen geplanter und tatsächlicher Zahl der Essensteilnehmer,
  • das Fehlen dauerhafter Messsysteme sowie
  • die unzureichende Nutzung der Mensa als Lern- und Bildungsort.

Datengrundlage: Audits in Grundschulen

Das Handbuch stützt sich auf Audits in Grundschulen im Bereich Conexión Sur. An den Erhebungen waren nach Angaben der Stadt rund 1.000 Schülerinnen und Schüler beteiligt, die das Mittagessen in Anspruch nehmen. Die Methodik verband quantitative Messungen der Abfallmengen mit direkten Beobachtungen, Interviews und Fragebögen. Befragt wurden Kinder, Küchenpersonal und Betreuungskräfte. Auf diese Weise ließ sich die gesamte Kette abbilden – von der Menüplanung bis zur Abfallentsorgung.

Acht Handlungsfelder, geringe Kosten

Aus den Befunden leitet das Manual Maßnahmen in acht Bereichen ab: Menüplanung, Einkauf, Lagerung, Küchenproduktion, Anrichten der Speisen, Wiederverwendung von Überschüssen, Abfallmanagement und Sensibilisierung der gesamten Schulgemeinschaft. Die vorgeschlagenen Schritte seien kostengünstig und unmittelbar umsetzbar, ohne dass die Qualität der Verpflegung darunter leide, teilt das Rathaus mit. Auf dieser Basis ließen sich die Lebensmittelabfälle in den untersuchten Kantinen um mehr als 70 Prozent reduzieren.

Die für offene Regierungsführung, Wirtschaftsförderung und Beschäftigung zuständige Stadträtin Mercedes Bernabé betonte, das Projekt sei bewusst über die reine Diagnose hinausgegangen. Es biete Schulen, Cateringunternehmen und anderen Kommunen ein „effizientes, erprobtes und neuartiges Modell“, das auf realen Daten beruhe und übertragbar sei.

Übertragung und nächste Schritte

Die in Murcia entwickelte Methodik versteht sich als Modell für andere Städte. Als Fortsetzung hat das Rathaus ein Schulungsprogramm aufgelegt, das die Empfehlungen in den Schulen verankern soll. Interessierte Einrichtungen können sich über einen Online-Terminplaner anmelden. Das Handbuch ist auf der städtischen Plattform in spanischer und englischer Fassung abrufbar. Das Projekt habe zudem ein Netzwerk aus Verwaltung, Schulen, Cateringfirmen, Sozialverbänden und Agrarwirtschaft gefestigt, wie Europa Press berichtet.


Quelle: europapress.es

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