Massiver Druck für bezahlbaren Wohnraum

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Murcia

Massiver Druck für bezahlbaren Wohnraum

von Redaktion2 Min. Lesezeit

Protest trotz Regen: Hunderte fordern ein „Recht auf Wohnen“

In Murcia haben sich am Freitagabend zahlreiche Menschen zu einer Großdemonstration versammelt. Trotz einsetzenden Regens zogen die Teilnehmer von der Plaza de la Cruz Roja durch die Innenstadt. Organisiert wurde der Protest vom Sindicato de la Vivienda de Murcia (SVM) und der Plataforma de Afectados por la Hipoteca (PAH). Die Aktion reiht sich ein in eine Welle von Demonstrationen, die derzeit in ganz Spanien stattfinden, um ein „Mehr an Rechten und einen sozialen Schild“ einzufordern.

Scharfe Kritik am Scheitern der Wohnungsdekrete

Im Zentrum des Unmuts steht das jüngste Scheitern zweier wichtiger Wohnungsgesetze im Kongress. Paco Morote, Sprecher der PAH in der Region Murcia, verurteilte die Ablehnung scharf. Er warf den Parteien eine „Hörigkeit gegenüber Investmentfonds und Geierfonds“ vor, die die Preisrallye auf dem Immobilienmarkt vorantreiben würden. Diese Akteure, so Morote, trieben sowohl die Kauf- als auch die Mietpreise massiv in die Höhe.

Morote prangerte zudem die „Brutalität“ an, mit der viele Zwangsräumungen durchgeführt würden. Diese Erlebnisse hätten eine jahrelang angestaute Wut entfacht. Die Schwierigkeit, eine angemessene Wohnung zu finden, betreffe längst nicht mehr nur junge Menschen. „Es ist eine quer durch die Gesellschaft gehende Realität“, betonte der Aktivist. Der einzige Weg, etwas zu verändern, sei der Kampf auf der Straße.

Generalstreik als mögliche Eskalationsstufe

Die Organisatoren der Kundgebung ließen keinen Zweifel daran, dass sie zu weiteren Eskalationen bereit sind. Sowohl der SVM als auch die PAH schließen einen Generalstreik nicht mehr aus. Man wolle damit „die Verwaltungen zwingen, echte Lösungen anzubieten“.

Morote zeichnete ein düsteres Bild der Lage in der Region Murcia. Diese gehöre zu den am stärksten betroffenen Gebieten Spaniens. Die Zahl der Zwangsräumungen steige konstant an, während die Landesregierung Schutzmoratorien verweigere. Konkret kritisierte er die von der Regierung unter Fernando López Miras bereitgestellten 16 Millionen Euro für den Jungend-Wohnungsmarkt. Da es keine Begrenzung oder Kontrolle der Preise gebe, sei dies „ein Geschenk öffentlichen Geldes an die Vermieter“.

Forderungen: Mietpreisbremse und Zonen mit angespanntem Wohnungsmarkt

Die Demonstrierenden fordern unter anderem die Ausweisung von Zonen mit angespanntem Wohnungsmarkt. Diese sollten in Murcia, Cartagena, Lorca, Molina de Segura und Alcantarilla eingerichtet werden. Zudem sprach sich Morote klar gegen den Entwurf des regionalen Gesetzes für bezahlbaren Wohnraum aus. Wie die Plattform erklärte, hätten die im Kongress gescheiterten Dekrete in der Region Murcia rund 100.000 Menschen direkt geholfen.

Wie die Nachrichtenagentur Europa Press berichtet, war die Teilnehmerzahl trotz des Wetters hoch. Die Bewegung zeigt sich entschlossen, ihren Forderungen auch in den kommenden Wochen weiter Nachdruck zu verleihen.


Quelle: europapress.es

Mehr aus Murcia & Region Murcia