Gipuzkoa fordert Plan für minderjährige Migranten

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

San Sebastián

Gipuzkoa fordert Plan für minderjährige Migranten

von Redaktion2 Min. Lesezeit

Während die spanische Regierung über die Verteilung von rund 500 unbegleiteten minderjährigen Migranten aus Ceuta auf die Halbinsel entscheidet, hat sich die Provinzverwaltung von Gipuzkoa grundsätzlich bereit erklärt, diese Jugendlichen aufzunehmen. Gleichzeitig übt die für die Jugendhilfe zuständige Behörde deutliche Kritik an der Vorgehensweise: Es fehle ein langfristiges Konzept.

Irune Berasaluze, Sprecherin der Provinzverwaltung und zuständig für Governance, erklärte am Donnerstag in San Sebastián, dass man nicht erneut in eine Situation geraten dürfe, in der Ad-hoc-Lösungen improvisiert werden müssten. „Wir reden ständig über das, was in Ceuta passiert ist, aber wir können nicht wieder von Null anfangen“, sagte sie. Stattdessen forderte sie einen „strukturellen Plan“, der mit allen beteiligten Institutionen abgestimmt sei.

Wie Berasaluze weiter ausführte, sei die Provinzverwaltung grundsätzlich zur Aufnahme bereit – diese Haltung habe man bereits mehrfach betont. Allerdings müsse man sich der eigenen Ressourcen bewusst sein. Aktuell betreut Gipuzkoa rund 900 Minderjährige in Obhut, darunter etwa 200 unbegleitete ausländische Jugendliche. Diese Zahlen machen deutlich, dass eine faire Verteilung innerhalb Spaniens notwendig ist.

Mit Blick auf die Weigerung einiger von der konservativen Volkspartei (PP) geführten Regionen, unbegleitete Minderjährige aus Ceuta aufzunehmen, zeigte sich Berasaluze wenig überrascht: „Diese Position vertritt der PP schon seit geraumer Zeit.“ Sie appellierte an die Solidarität aller Autonomen Gemeinschaften. „Es kann nicht sein, dass einige aufnehmen und andere nicht“, so die Politikerin.

Der baskische Regierungschef habe diesbezüglich bereits mit seinem kanarischen Amtskollegen gesprochen. Beide Regionen – die Kanaren als südliche Außengrenze, das Baskenland als nördliche Grenzregion – seien besonders betroffen, dürften aber nicht allein die Verantwortung tragen. Die Lösung müsse gemeinschaftlich getragen werden und auch mit der spanischen Regierung abgestimmt sein.

Berasaluze betonte, dass es nicht darum gehe, die Entscheidung über die konkrete Unterbringung an Nichtregierungsorganisationen zu delegieren. Die Provinzverwaltung habe bislang keinerlei offizielle Information darüber erhalten, wie die Zentralregierung die Verteilung der Jugendlichen organisieren wolle. Dies sei eine Frage, die zunächst mit der baskischen Regierung geklärt werden müsse.

Die Debatte über die Aufnahme von Migrantenkindern aus Ceuta ist erneut entbrannt, nachdem die Zahl der Ankünfte an der nordafrikanischen Küste zuletzt stark angestiegen war. Hilfsorganisationen und Kommunen fordern seit langem eine nachhaltige Strategie, um die Unterbringung und Integration dieser besonders schutzbedürftigen Gruppe zu gewährleisten.


Quelle: europapress.es

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